Trendsport Geocaching – Jäger der verlorenen Tupperdosen

Geocaching – Die moderne Schnitzeljagd mit dem GPS-Gerät

Inhaltsverzeichnis

    Inhaltsverzeichnis

    Wer vielleicht schon mal jemanden mit einem GPS-Gerät durch den Wald hat laufen sehen, konnte die Schatzsuche eines Geocachers aus nächster Nähe betrachten. Wir haben diesen Trendsport einmal etwas genauer unter die Lupe genommen und zeigen, wie vielfältig dieses Hobby sein kann. Am Ende wird sich der ein oder andere Muggel (Geocaching-Unwissende. Äquivalenter Begriff zu den Nicht-Magiern aus Harry Potter) vielleicht vom Geocaching-Virus infizieren lassen und selbst auf Schatzsuche gehen.

    Das ist Geocaching

    Das Wort Geocaching setzt sich aus der Wörtern Geo („Erde“) und Cache („Geheimes Lager, Versteck”) zusammen. Allgemein gesagt, ist es eine satellitenbasierte Schnitzeljagd. Das GPS-Gerät kann mit Hilfe der Satelliten die eigene Position bestimmen. Sind genügend Satelliten gefunden, kann die Suche beginnen. Zu Beginn wollen wir den Geocache-Anfängern die gängigsten Begriffe aus der Geocaching-Szene kurz vorstellen.

    Begriff Bedeutung
    Loggen Eintrag im Logbuch des Caches oder auf der Geocaching-Seite vornehmen
    Travelbug Plakette, welche von Cache zu Cache reist
    Muggel Nichtgeocacher
    Geocoin Münze, welche von Cache zu Cache reist
    Listing Cachebeschreibung
    Trading-Items Tauschgegenstände zum Tauschen innerhalb der Caches
    TFTC Dankesgruß nach einem Cachefund. Thanks for the Cache.
    Owner Besitzer eines Geocaches
    Final Die allerletzte Station eines Multi-Caches
    Signal Der Name des offiziellen Geocache-Maskottchens (Ein Frosch)
    TB-Hotel Ein Cache, der das Ziel hat, sehr viele Travelbugs zu beherbergen
    Reviewer Ehrenamtliche Mitarbeiter, die Geocaches freischalten
    DNF Do not found. Ein Logeintrag, den man online vornimmt, wenn man den Cache nicht gefunden hat

    Die Suche

    Geocacher beim Abseilen

    Geocacher beim Abseilen von einer Brücke

    Aber was genau sucht der Geocacher? Die etwas ernüchternde Antwort lautet: Tupperdosen. Dies klingt als Schatz jetzt nicht gerade prunkvoll, hat aber einen praktischen Grund: die Dosen sind in der Regel wasserdicht und stabil. Damit genau richtig, um den eigentlichen Schatz, der sich innerhalb der Dose befindet, zum Beispiel mitten in der Natur zu verstecken. Ob im Wurzelwerk eines Baumes, unter Steinen oder einem Stapel von Hölzern. Die Verstecke können durchaus vielfältig sein. Da letztere beiden Orte ziemlich oft als Versteck benutzt werden, haben diese unter Geocachern spezielle Fachbegriffe. Ein Steinversteck wird als UPS (Unusual positioned Stones – Ungewöhnlich positionierte Steine) bezeichnet. Eine Ansammlung von Hölzern wird ebenfalls als UPS bezeichnet. In diesem Fall steht die Abkürzung jedoch für Unusual Pile of Sticks. Im deutschen wird die Konstruktion einfach als Hasengrill bezeichnet.
    Auch in der Stadt lassen sich Geocaches suchen. Dort befinden sich beispielsweise Geocaches an Regenabflussrohren von Kirchen, unter Bergwerks-Loren oder an Kunstwerken. Solche Caches sind unter Geocachern jedoch weniger beliebt, da man sich beim Suchen schnell von Passanten und Anwohnern beobachtet fühlt.

    Wissenswertes: Entstehung – So wurde Geocaching „geboren“: Die GPS-Satelliten waren vor dem Jahr 2000 ausschließlich für das US-Militär zur Navigation freigegeben. Nachdem das Militär im Jahr 2000 die Satellitennavigation für die gesamte Öffentlichkeit freigegeben hat, kam dem Amerikaner Dave Ulmer eine Idee. Er versteckte eine Büchse in Portland, Oregon und veröffentlichte die Koordinaten dieser Büchse im Internet. Viele begannen, die Dose zu suchen. Der erste Geocache war geboren. Die Büchse von Dave Ulmer gibt es nicht mehr, jedoch wurde am Versteck eine Gedenktafel errichtet.

    Geocaches halten sich in der Regel vor dem Auge der Muggel verborgen. Doch wie finden Geocacher diese Schätze? Jeder Geocache wird an einer bestimmten Koordinate versteckt. Die Koordinaten der Geocaches können auf der Internetseite Geocaching.com nachgeschaut werden. Angegeben werden Längen- und Breitengrade. Diese Angaben werden ins GPS-Gerät eingegeben und so führt einen das Gerät gezielt zum Geocache. Eine kleine Ungenauigkeit der Position von vier bis fünf Metern bleibt jedoch bestehen. Bei schlechtem Satellitenempfang kann es auch mal mehr werden, da die Signale nicht so gut durch eine dichte Wolkendecke reichen. Zusätzlich gibt es zu jedem Geocache ein Listing. Dies ist eine kurze Cachebeschreibung, die neben den Koordinaten auch Informationen und Hinweise zum jeweiligen Schatz bietet. Im Listing ist auch der Schwierigkeitsgrad des Caches angegeben. Dieser reicht auf einer Skala von eins bis fünf. So kann sich der Cacher darauf einstellen, wie raffiniert der Geocache versteckt ist. Bei einfachen Geocaches ist es schon beim Eintreffen am Versteck klar, wo die Dose liegen muss. Bei schwer versteckten Dosen haben die Caches sich so gut in die Umgebung integriert, dass sie nur sehr schwer zu erkennen sind. Am Zielort angekommen, geht die Suche los. Die Suchdauer variiert dabei – Je nachdem wie genau der Besitzer des Caches (Owner) die Koordinaten beim Verstecken eingemessen hat. Oft sind die Caches jedoch raffiniert getarnt, sodass der Cache sich nicht sofort offenbart.

    Der Fund

    Geocache im Wald

    Ein gut verschlossener Geocache im Wald

    Der Cache ist endlich gefunden. Triumphierend hält der Cacher die Dose in den Händen. Doch was ist überhaupt in dem Schatz zu finden? Auf den ersten Blick mag die Beute ernüchternd sein. Ein Notizblock und viel Krimskrams. Kein sonderlich ruhmreicher Schatz, aber für Geocacher hat jedes Teil eine Bedeutung. Der Notizblock ist das sogenannte Logbuch. In diesem trägt der Geocacher seinen Namen, das Datum und ein paar nette Worte ein. Der Krimskrams zählt zu den Tauschgegenständen. Finder dürfen sich etwas aus der Dose nehmen, müssen aber einen gleichwertigen Tauschgegenstand hineinlegen. Andersherum ist es jedoch kein Problem. Es darf gerne etwas höherwertiges hineingelegt werden. Trade equal, Trade up oder Don’t trade ist das Tausch-Motto unter Geocachern.
    Manchmal findet man zwischen dem Krimskrams auch Münzen, also doch einen echten Schatz, irgendwie. Die Münzen sind sogenannte Geocoins. Diese besitzen einen Tracking-Code, welcher auf der Münze aufgedruckt ist. Der Tracking-Code ist eine Folge von Buchstaben und Zahlen. Jeder Tracking-Code ist einmalig, sodass die Münzen auf Geocaching.com eindeutig zugeordnet werden können. Geocacher nehmen die Münze aus dem Cache, tracken sie bei Geocaching.com und legen sie in einem anderen Cache ab. So kann online nachverfolgt werden, wohin die Münze reist. Jeder kann Geocoins kaufen und auf Reisen schicken. Leider gibt es unter Geocachern auch immer wieder schwarze Schafe, die die Coins nicht weiter schicken, sondern behalten. Ein Coin ist kein Tauschgegenstand und muss weitergeschickt werden.
    Genauso ist es mit den Travelbugs (kurz TBs). Dies sind kleine Plaketten, ähnlich zu den Dogtags amerikanischer Soldaten. Dogtags sind Erkennungsmarken auf denen Namen, Blutgruppe und Religion verzeichnet sind und mit deren Hilfe gefallene Soldaten im Krieg identifiziert werden. Bei den Dogtags im Geocaching ist lediglich ein Tracking-Code vorhanden. An diesen Marken können verschiedene Sachen wie beispielsweise Plüschtiere oder anderer Krimskrams angebracht werden, der dann auf große Reise geht.
    Wurde der Eintrag ins Logbuch gemacht, getauscht und eventuelle Coins und TBs mitgenommen, muss der Cache wieder versteckt werden. Dabei muss der Cache genau an der Stelle versteckt werden, wo er gefunden worden ist. Auch wenn es vielleicht in näherem Umfeld ein besseres Versteck geben sollte, darf der Cache nicht einfach dort abgelegt werden.

    Nach dem Fund

    GEOCACHERS BEST FRIEND

    Durch das übersichtliche Display verliert man nie die Orientierung

    Ist die Cachesuche vorbei, geht es nach Hause zum Loggen (Verfassen von Kommentares zu den einzelnen Geocaches). Dort geht es für die Geocacher an den Computer auf Geocaching.com. Dort rufen sie das Listing des Caches auf und gehen ins virtuelle Logbuch. Sie können nun einen ausführlichen Logbucheintrag vornehmen. Logeinträge werden oft mit einem abschließenden TFTC (Thanks for the Cache – Danke für den Cache) abgeschlossen. Eventuell aufgenommene Travelbugs oder Coins werden mittels der Trackingnummer ins virtuelle Inventar aufgenommen. Das virtuelle Inventar ist eine Ablagefläche für Coins oder TBs. Abgelegte Trackables können während des Loggens aus dem virtuellen Inventar in den jeweiligen virtuellen Cache gelegt werden, in den man sie in der realen Welt gelegt hat. Nach dem Loggen kann online wieder nach Caches für eine neue Schatzsuche gesucht werden.

    Das Verstecken

    Damit man auf die Suche gehen kann, müssen Geocaches versteckt werden. Jeder kann einen Cache verstecken und auf Geocaching.com veröffentlichen. Dabei gibt es einige Regeln zu beachten. Der Cache muss 161 Meter Abstand von anderen Geocaches haben. Somit wird verhindert, dass alle fünf Meter eine Dose liegt. Die Dose muss ein Logbuch besitzen und darf nicht im Boden vergraben sein. Des Weiteren muss sie 40 Meter von aktiven Bahnschienen entfernt liegen, um andere Geocacher nicht in Gefahr zu bringen. Zu leicht könnten sie beim Suchen von einem Zug überrollt werden. Wurde die Dose versteckt, muss der Verstecker die Koordinaten mit Hilfe des GPS ermitteln. Anschließend schreibt er bei Geocaching.com ein Listing mit allen Details über den Geocache und gibt die Koordinaten an. Dann wird der Cache zur Überprüfung freigegeben. Die Überprüfung wird von sogenannten Reviewern vorgenommen. Dies sind ehrenamtliche Geocacher, die sich die Listings anschauen. Sie achten darauf, ob die Abstände zu anderen Caches und aktiven Gleisen eingehalten wurde und ob, falls nötig, Genehmigungen zum Auslegen vorliegen. Ist alles in Ordnung, wird der Cache auf der Seite veröffentlicht. Ansonsten muss der Owner den Cache noch mal überarbeiten.

    Auf die Größe kommt es an

    Die Schätze gibt es in verschiedenen Größen. Im Listing wird genau angegeben, welche Größe der Cache besitzt. Das ist sehr hilfreich, da man so manche Verstecke ausschließen kann, weil es von der Größe her gar nicht passt. Folgende Cachegrößen gibt es: Micro, Small, Regular, Large, Other. Micro-Caches sind meistens kleine Filmdosen, die man von früheren Kameras kennt. Auch Rohlinge von PET-Flaschen werden gerne als Cachebehälter von Micro-Caches verwendet. Im Gegensatz zu Filmdosen sind diese nämlich wasserdicht. Small-Caches sind oft wasserdichte Tupperdosen. Dies trifft auch auf die Regular-Caches zu. Bei den Regulars taucht neben der Tupperdose noch ein anderes Behältnis auf – Die Munitionskiste. Sogenannte Ammo-Boxes werden vom amerikanischen Militär zur Lagerung von Munition benutzt. Der Vorteil: Sie sind absolut wasserdicht. Ideal fürs Geocaching. In der Größe Large gibt es entweder sehr große Munitionskisten oder Tupperdosen. Es kann aber auch sein, dass der Owner selbst eine große Schatzkiste gebaut hat. Eine Sondergröße ist „Other“. Dort finden sich oft Nano-Caches. Diese sind teilweise nur so groß wie eine Schraubenmutter und bieten besonders trickreiche Versteckmöglichkeiten.

    Unterschiedliche Cachetypen

    In der großen weiten Cachewelt gibt es nicht nur eine Sorte Caches. Damit es nicht langweilig wird, gibt es verschiedene Arten von Geocaches. Diese haben zwar fast alle die Suche der Dose als Ziel, aber die Herangehensweise an die Caches ist oft unterschiedlich.

    Traditional

    Die Cache-Art „Traditional“ ist der Klassiker unter den Geocaches. Im Listing bekommt man die Koordinaten des Geocaches. Diese gibt man ins GPS-Gerät ein, geht auf die Suche und findet den Cache. Der schnelle Cache für zwischendurch, da er in der Regel keinen großen Zeitaufwand hat.

    Multi

    Geocaches Fund

    Ein reichhaltiger Cache

    Der Multicache besteht aus mehreren Stationen. An den Stationen müssen entweder kurze Fragen beantwortet werden oder es müssen Dosen mit Hinweisen gefunden werden. Die Antworten beziehungsweise die Hinweise führen den Cacher dann zur nächsten Station. Es kann auch sein, dass die Koordinaten für die nächste Station erst errätselt werden müssen. Am Ende des Multis wartet dann der eigentliche Cache. Multi-Caches ergeben im Idealfall eine schöne Spazierrunde, das heißt: der Cache liegt im Umkreis des Startpunktes. Manchmal muss man jedoch den gleichen Weg wieder zurückgehen. Solche Multis werden One-Ways genannt. Die meisten Multis besitzen eine Wegstrecke von drei bis sechs Kilometern. Oft gibt es aber auch Wandermultis, die ab einer Wegstrecke von zehn Kilometern starten. Es gibt auch Extrem-Multis, die beispielsweise von München über die Alpen nach Venedig gehen.
    Viele Multis können nur im Dunkeln gemacht werden. Man spricht dann von sogenannten Nachtcaches. Dort hat man meist keine Koordinaten und folgt Reflektoren, die an Bäumen angebracht sind. Eine gute Taschenlampe ist hierbei Pflicht. Auch wenn die Atmosphäre bei einem Nachtcache etwas besonderes ist, haben Förster die Nachwanderer nicht gern im Wald, weil durch die Taschenlampen das Wird aufgeschreckt werden kann. Mittlerweile benötigt man zum Auslegen eines Nachtcaches die Erlaubnis der zuständigen Forstbehörde. Groundspeak, die Betreiber der Seite Geocaching.com, haben sich zu diesem Schritt entschieden. Es kamen einfach zu viele Beschwerden von Förstern und Jägern.

    Mystery

    AUSREICHEND PLATZ

    Beim Mystery-Cache sind die Koordinaten des Caches nicht bekannt. Im Listing ist meist ein Rätsel zu finden, welches erst gelöst werden muss. Nach der Lösung des Rätsels erhält man die Koordinaten des Caches. An die Lösung des Mysterys kann sich entweder ein normaler Traditional- oder ein Multi-Cache anschließen. Mit der Zeit wurden die Mysterys immer beliebter, da jeder seine Rätsel-Idee in einem Cache verwursten möchte. Die Rätsel wurden teilweise immer komplexer, sodass nur Experten sie lösen konnten. Dadurch machte sich die Cache-Art immer mehr Feinde, da es laut den Cachern nicht mehr viel mit Geocaching zu tun hatte. Man saß länger am PC, als im Wald zu sein.

    Earthcache

    Earthcaches führen den Cacher zu interessanten geologischen Orten, wie zu Findlingen oder Gesteinsformationen. Am Ende wartet auf den Cacher keine Dose oder Logbuch. Er muss sich die geologischen Gegebenheiten vor Ort anschauen. Anschließend beantwortet er Fragen aus dem Listing. Diese beinhalten oft das Ausmessen und die Beschreibung der Steine. Meist ist außerdem eine Schautafel zu finden, auf der die Antworten abgelesen werden können. Die Antworten muss er dann an den Cacheowner schicken, der dann eine Logerlaubnis erteilt. Earthcaches sind eine nette Abwechslung zur normalen Dosensuche.

    Wherigo

    Ein Wherigo, gesprochen „Where i go“, ist eine Mischung aus Geocache und Videospiel. Nicht alle GPS-Geräte unterstützen Wherigo-Caches, sodass oft zur Smartphone-App gegriffen werden muss. In erster Linie ist der Wherigo ein Multicache. Statt eines Listings führt jedoch die Wherigo-App durch den Cache. Antworten können direkt in der App gegeben werden und auch sonstige technische Spielereien sind möglich. Beispielsweise muss man bei einem Jogger-Wherigo in einer bestimmten Zeit an einer Station sein oder bei einem Story-Wherigo wird die Geschichte von einem Erzähler vorgelesen.

    Letterbox

    Bei dieser Art von Cache hat der Cacher meist nur die Startkoordinaten des Caches. Kurz gesagt ist eine Letterbox ein Multi ohne Koordinaten. Meist folgt man Zeichnungen oder Bildern aus dem Listing, die den Weg beschreiben. Folgt man den Bildern auf korrektem Wege, führt es den Cacher zum Cache. Am Ende ist, neben dem Logbuch, ein Stempelkissen und ein Stempel zu finden. Den Stempel kann man sich als Belohnung auf sein Listing stempeln. Im Gegenzug sollte man ebenfalls seinen eigenen Stempel besitzen, mit dem dann das Logbuch signiert wird.

    Eventcache

    Bei einem Eventcache treffen sich jede Menge Geocacher. Dort wird vorwiegend übers Geocaching philosophiert, Bekanntschaften werden geknüpft und manchmal werden auch Event-Caches gelegt, die man dann zusammen angehen kann. Die Eventgröße reicht vom gemütlichen Stammtisch bis hin zur Großveranstaltung. Ein Event mit mehr als 500 Teilnehmern wird als Mega-Event bezeichnet. Events mit mehr als 5.000 Teilnehmern bezeichnet man als Giga-Event. Das erste Giga-Event der Welt fand 2014 im Münchner Olympiastadion statt. Gerade Geocache-Anfänger sollten die Gelegenheit nutzen und auf ein Event fahren. Dort können neue Kontakte geknüpft werden und man bekommt schnell hilfreiche Tipps von erfahrenen Geocachern.

    Geocaches auf anspruchsvollem Terrain

    Wenn man sich das Listing eines Geocaches anschaut, findet man neben dem Schwierigkeitsgrad auch eine Terrainwertung. Diese Skala reicht ebenfalls von eins bis fünf. Sie gibt an, auf welchem Terrain sich der Geocache befindet. Caches mit Terrain von eins bis zwei kann man noch ganz normal erreichen. Für Terrain drei und vier muss schon mal auf Bäume geklettert werden oder durch Wasser gewatet werden. Terrain fünf ist die höchste Stufe und der Geocacher benötigt fast immer eine Kletterausrüstung.

    Caches zu Wasser

    Geocacherin im Wasser

    Geocacher lassen sich von nichts abschrecken

    Sehr beliebt im Sommer sind die Wasser-Caches. Oft ist ein Cache an einer Boje angebracht zu der man mit einem Schlauchboot paddeln muss. Im Sommer kann man auch schwimmen. Ist es nicht möglich, den Cache ohne Boot zu erreichen, besitzt er auf jeden Fall die höchste Terrainwertung.
    Sehr beliebt sind auch Watcaches. Diese befinden sich meist in Gewässern, in denen man nicht unbedingt schwimmen möchte und für die ein Einsatz eines Schlauchbootes übertrieben ist – Vor allem wenn das Wasser nicht tief genug ist. Dafür benötigt der Geocacher eine Wathose, um durch das Wasser zum Cache zu gelangen.

    Klettercaches

    MIT SICHERHEIT AN JEDEN CACHE

    Eine gute Ausrüstung ist das A und O der Sicherheit

    Klettercaches sind oft auf Bäumen zu finden. Es gibt sie in den Terrainstufen drei bis fünf. Bei den Stufen drei und vier kann der Cache noch ohne Kletterausrüstung erreicht werden. Meist muss dann nur auf wenige Äste geklettert werden und der Einstieg in den Baum (der erste bekletterbare Ast) ist von unten gut zu erreichen. Bei Klettercaches mit der höchsten Terrainstufe geht dann nichts mehr ohne Kletterausrüstung, da die Caches in den Wipfeln der Bäume hängen. Ohne Seil, Klettergurt und Abseilausrüstung ist ein Erreichen des Caches nicht möglich. Manchmal muss man sich auch von Brücken oder in alten Viadukte abseilen, da die Caches dort am Mauerwerk angebracht sind.

    Höhlencaches

    Wer die Oberfläche verlassen möchte, sollte sich mal an einen Höhlencache wagen. Diese Art ist spannend, vom Terrain aber auch sehr anspruchsvoll. Cacher sollten jedoch die Fledermausschutzzeit von Anfang Oktober bis Ende März beachten, da die Tiere in den Höhlen ihren Winterschlaf halten.

    Lost Places

    Lost Places sind sicherlich allen Urban Explorern (Erkunder von verlassenen Orten) ein Begriff. Lost Places sind verlassene Gebäude, die nicht mehr genutzt werden. Dies reicht von einfachen Wohnhäusern, bis hin zu Geschäften oder Fabriken. Oft werden Caches nur in die Nähe solcher Lost Places gelegt, da das Gelände nicht betreten darf. Wer ein Lost Place ohne Genehmigung betritt, riskiert eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch. Mittlerweile werden Lost Places aber immer mehr als legale Cacheorte genutzt. Vorher muss sich der zuständige Cachebesitzer jedoch eine Erlaubnis des Eigentümers einholen. So manches leerstehenden Wohnhaus wurde vom Owner dann zu einem Geocaching-Escape-House ausgebaut. Ähnlich wie ein Escape-Room muss man dann sich von Raum zu Raum rätseln, bis man am Ende den Schatz findet. Eine schöne Möglichkeit, wie man alte Bauruinen sinnvoll nutzen kann. Da die Gebäude oft baufällig sind, sollte man sich hier jedoch vorsichtig verhalten, um sich nicht zu verletzen.

    Achtung: Gehen Sie keinesfalls ohne eine Genehmigung auf das Gelände eines Lostplaces. Im Listing muss gekennzeichnet werden, dass das Betreten für Geocacher gestattet ist und der Owner eine Erlaubnis vom Grundstücksbesitzer hat. Geocaching.com prüft zwar vor Veröffentlichung, ob der Owner diese besitzt, aber es kann immer mal passieren, dass ein Cache ohne Erlaubnis durchsickert.

    Wer sich unschlüssig ist, welches Gelände ihn erwartet, der sollte einen Blick auf die Cacheattribute im Listing werfen. Dort zeigen kleine Icons die Eigenschaften des Caches. Ist es ein Lostplace? Muss geklettert werden? Ist der Cache kinderwagentauglich? Dies und noch viel mehr wird durch die Icons geklärt. Mit Hilfe der Attribute lässt sich auf der Internetseite auch gezielt nach Caches suchen. So können einem etwa alle Lostplaces in der näheren Umgebung angezeigt werden.

    Ausstattung des Geocachers

    Wer jetzt überlegt, selbst mit dem Geocaching anzufangen, benötigt noch die passende Ausrüstung. Dabei kann sich schon einiges an Gegenständen ansammeln.

    Cachergrundausstattung

    Die Cachergrundaustattung (auch CGA genannt) sollte jeder Geocacher besitzen, da er es ohne diese sehr schwer hat, einen Cache zu finden. Folgendes sollte der Cache-Suchende im Rucksack haben.

    GPS-Gerät

    Ohne GPS-Gerät läuft nichts. Dieses wird benötigt, um zum Cache zu gelangen. Diejenigen, die erst mal in das Geocaching reinschnuppern wollen, können auch die Geocaching-App fürs Smartphone herunterladen.

    Stift

    Der Stift ist zum Loggen unerlässlich. In großen Dosen ist zwar meist ein Stift dabei, aber in kleinere passt keiner hinein. Außerdem benötigt man den Stift, um sich während eines Multicaches Notizen auf dem Listing zu machen.

    Taschenlampe

    Wenn man nachts unterwegs ist oder dunkle Ecken ausleuchten muss. benötigt eine Taschenlampe. Diese ist sehr hilfreich und sollte in keinem Rucksack fehlen. Wer gerne die Hände frei haben möchte, greift zur Stirnlampe.

    Teleskopspiegel

    Wenn sich der nächste Hinweis unter einer Bank oder in schwer einsehbaren Ecken befindet, ist ein Spiegel unerlässlich. Wenn er sich noch ausfahren lässt, ist es umso praktischer.

    Ersatzakkus

    Egal ob für das GPS oder für die Taschenlampe – Ersatzakkus sind nötig, damit man nicht orientierungslos und ohne Licht mitten im Wald steht.

    Robuste Kleidung

    Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung sind fürs Cachen unerlässlich. Da Geocacher im Wald bei jedem Wetter unterwegs sind, kann eine Regenjacke ebenfalls nicht schaden.

    Zeckenzange

    Oft geht es beim Geocaching durch das hohe Gras. Vor allem im Sommer ist man vor Zecken nicht sicher. Zecken sind Überträger von Borreliose und FSME, welche im schlimmsten Fall zu Lähmungen und Hirnhautentzündung führen. Daher sollte man sich nach jedem Gang durchs hohe Gras nach Zecken absuchen und im Notfall mit der Zeckenzange entfernen.

    Tipp: Wer durchs hohe Gras geht, sollte die Socken über die Hose ziehen. So fällt es den Zecken schwerer unter die Hose zu krabbeln

    Verbandstasche
    Beim Cachen kann es vorkommen, dass man sich verletzt. Vor allem bei Caches mit hohem Terrain-Level ist die Gefahr groß. Schnell bleibt man an irgendeinem Ast hängen oder ratscht sich die Haut an irgendwelchen Dornen auf. Mit dem Verbandsmaterial können Wunden schnell versorgt werden.

    Erweiterte Cachergrundausstattung

    Wer einmal vom Geocaching-Virus infiziert worden ist, der kommt so schnell nicht mehr los und will auch mal extravagante Caches machen. Dafür muss die Ausrüstung jedoch ebenfalls aufgestockt werden. Wir zeigen, was alles in die erweiterte Cachergrundausrüstung (kurz: ECGA) gehört.

    UV-Lampe

    Vor allem bei Nachtcaches setzen Owner auf Hinweise mit UV-Farbe. Diese ist nur mit einer UV-Lampe sichtbar. Daher darf dieser in der ECGA auf keinen Fall fehlen.

    Multitool

    DAMIT EIN LICHT AUFGEHT

    Gerade im dunklen, eines der wichtigsten Ausrüstungsteile

    Für manche Caches benötigt man ein Multitool. Am besten sollte es verschiedene Schraubenzieher und Inbusschlüssel besitzen um trickreiche Cache-Kisten zu öffnen.

    Logstempel

    Viele finden es oft mühselig mit dem Stift zu loggen. Es gibt jedoch Geocaching-Shops, die sich auf den Verkauf von Geocaching-Zubehör spezialisiert haben. Dort kann man sich auch seinen eigenen Log-Stempel kreieren. Vor allem für Letterboxen bietet sich solch ein Stempel an.

    Magnetstab

    Oft müssen Micro-Caches aus Röhren „geangelt“ werden. Im Deckel des Caches ist deshalb ein Magnet angebracht. Mit dem Magnetstab kann man zum Cache vordringen und ihn aus der Röhre ziehen. Ein sehr nützliches Tool.

    Kletterausrüstung

    Um Geocaches in Bäumen zu erreichen oder sich von Brücken abzuseilen, benötigt man eine Kletterausrüstung. Diese besteht meist aus Helm, Seil, Klettergurt und Auf-/Abseilequipment. Eine Pilotschnur und einen Wurfsack sollte man ebenfalls nutzen um das Seil im Baum einbauen zu können.

    Warnhinweis: Ohne entsprechendes Know-How sollte sich niemand an solche Klettercaches wagen. Zuerst muss der Umgang mit der Ausrüstung erlernt werden. Es gibt viele Kurse, die extra auf kletterwillige Geocacher spezialisiert sind. Erst wenn man Herr der Kletterausrüstung ist, kann es nach draußen in den Wald gehen.

    Schlauchboot
    Caches, die sich auf dem Wasser befinden, können nur mit dem Boot erreicht werden. Zumindest, wenn das Wasser zu tief oder das Wetter zum Schwimmen zu kalt ist. Es gibt viele Schlauchboote, die ein geringes Packmaß haben und daher gut ins Auto passen.

    Wathose

    Die Wathose ist ideal für flache Gewässer, in denen die Benutzung eines Schlauchboots übertrieben ist. Dort ist die Wathose das richtige Kleidungsstück. Oft werden Caches in Unterführungen versteckt. So kann der Cacher trockenen Fußes zum abgelegenen Cache gelangen.

    Die Ausrüstung kann beliebig erweitert werden, da es immer Caches geben wird, die ein weiteres Spezialtool benötigen. Dennoch kommt man mit den hier vorgeschlagenen Ausrüstungsgegenständen gut durch das Cacher-Leben.

    Fazit

    Geocaching ist ein weltweites Spiel und es wird immer beliebter und bekannter. Gerade für Familien mit Kindern ist es eine spannende Sache draußen auf Schatzsuche zu gehen. Das ist für die Kleinen bestimmt aufregender als ein langweiliger Spaziergang. Aber nicht nur die jungen Sprösslinge kann das Cachen begeistern. Auch die Erwachsenen können sich in der Natur austoben. In der Baumkrone, bei langen Wandermultis, in schaurigen Lostplaces oder in tiefster Nacht im dunklen Wald können sie in die Welt der Geocaches eintauchen. Geocaching ist ein Hobby für Abenteurer und Naturliebhaber gleichermaßen. Vielleicht wurde der ein oder andere ja nun auch vom Geocaching-Virus infiziert, sodass man sich bald mit dem GPS im Wald oder einem Event trifft. So verabschieden wir uns mit den Worten der Geocacher: Bis bald im Wald!

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