Fahrrad Vergleich 2017

Ökologisch, gesund und voll im Trend – optimal unterwegs mit dem richtigen Fahrrad

Inhaltsverzeichnis

    Inhaltsverzeichnis

    Das Fahrrad ist heute für viele Menschen mehr als nur ein schnödes Fortbewegungsmittel, es ist der Ausdruck eines Lebensgefühls. Fahrradfahren ist gerade in Zeiten, in denen ökologisch sinnvolle Mobilität und Umweltschutz im Fokus stehen, eine geeignete Alternative zum Auto und zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Über rein ökologischen Erwägungen hinaus, bereitet ein Fahrrad aber auch einfach jede Menge Spaß. Zudem ist Fahrradfahren gut für die Gesundheit. Wie aber findet man das zu den eigenen Bedürfnissen passende Fahrrad? Welche Ausstattungsmerkmale muss es aufweisen und welche Fahrräder schneiden im Fahrrad Vergleich besonders gut ab? Dieser Artikel verrät es!

    1. Das Fahrrad

    Bequem zur Arbeit oder rasend schnell den Berg hinab. Aber Fahrrad ist nicht gleich Fahrrad. Die einen nutzen den Drahtesel als verlässliches und stauunempfindliches Vehikel, um tagtäglich den Arbeitsplatz aufzusuchen, die anderen sehen in ihm ein Sportgerät, mit dem es Geschwindigkeitsrekorde zu brechen oder Berge hinabzupreschen gilt. Aber welcher Fahrradtyp passt zu welchen Ansprüchen?

    1.1 Das Citybike – der Alltagsheld

    Die Innenstadt ist sein Zuhause. Wer gerne gemütlich relativ kurze Strecken zurücklegen möchte, ist hier genau richtig. Ein Fahrrad dieses Typs ist zumeist auf Bequemlichkeit ausgelegt. Hierzu tragen die aufrechte Sitzposition, der breite und gut gepolsterte Sattel sowie häufig verschiedene Federelemente bei, die auch größere Fahrbahnunebenheiten auszubügeln vermögen. Ein weiteres Erkennungsmerkmal des Citybikes ist der geschwungene Lenker, der beim aufrechten Sitzen auf dem Fahrrad ein entspanntes Steuern ermöglicht, und die vergleichsweise breiten Reifen, die ebenfalls zum komfortablen Fahrgefühl beitragen. Da zum gemütlichen Cruisen in der Stadt nicht unbedingt eine hochwertige Kettenschaltung vonnöten ist, sind Cityräder häufig mit Nabenschaltungen versehen, die einfacher zu bedienen und noch dazu wartungsärmer sind. Ein spezieller Typ des Cityrads ist das Hollandrad, das in den Niederlanden mindestens genauso zum Stadtbild gehört wie Grachten und Tulpen. Aber nicht nur bei unseren holländischen Nachbarn erfreut sich dieses Fahrrad großer Beliebtheit – auch bei uns liegt es total im Trend! In knalligen Farben lackiert und zum Teil sogar mit Blumenkränzen versehen, wird das Hollandrad zum echten Trendmobil.

    1.2 Das Trekking-Rad – ein Fahrrad für alle Fälle

    Das Trekking-Rad vereint die Vorteile verschiedener Fahrräder in sich. Seine Reifen sind so schmal, dass sie ein sportlich schnelles Fahren ermöglichen, gleichzeitig aber noch so breit, dass sie genug Komfort für den täglichen Weg zum Arbeitsplatz oder zur Schule bieten – und ihr Profil sieht fast aus wie beim Mountainbike. Im Sinne der Sportlichkeit ist auch der Rahmen bei diesem Fahrrad filigraner gestaltet als beim Cityrad und ähnelt eher dem eines Rennrades. Anders als dieses ist das Trekking-Rad aber üblicherweise verkehrssicher ausgestattet und verfügt neben einer Beleuchtungsanlage auch über Schutzbleche und einen Gepäckträger. Mit dieser Ausstattung wird das Fahrrad zum perfekten Begleiter für diverse Ansprüche und ist sowohl in der Stadt als auch Feld- und Schotterwegen gut nutzbar.

    1.3 Das Reiserad oder Randonneur – mit dem Fahrrad auf Reise

    Ein Trekkingrad ist für normale Fahrradtouren oder kürzere Radreisen meist vollkommen ausreichend. Stehen allerdings längere Reisen mit viel Gepäck an, so ist es doch überfordert und ein echtes Reiserad stellt die geeignete Wahl dar. Die Besonderheiten dieses auch Randonneur genannten Fahrrads liegen in seiner höheren Belastbarkeit, den zusätzlichen Vorrichtungen zur Gepäckmitnahme und in der speziell auf Langstreckentauglichkeit ausgerichteten Bauweise.

    1.4 Das Rennrad – schlank, leicht und schnell

    Rennräder sind wohl die puristischsten Sportgeräte in der Riege der Fahrräder. Jedes Gramm Gewicht und jeder Zentimeter Reifenbreite zu viel behindern das schnelle Fortkommen und werden daher nach Möglichkeit vermieden. Hierdurch fallen bei einem solchen Fahrrad Bauteile wie beispielsweise Lampen, Schutzbleche und Gepäckträger weg. Darüber hinaus sind die Reifen und der Rahmen sehr dünn und eine Federung fehlt. Rennradtypisch ist auch die stark abgeflachte Sitzposition, bei der der Fahrer auf dem Rennlenker kauert, um mit seinem Körper möglichst wenig Luftwiderstand zu bieten.

    1.5 Das Mountainbike – der Berg ruft

    Neben dem ultraschmalen Rennrad sieht ein Mountainbike fast ein bisschen klobig und unsportlich aus. Aber dieser Eindruck täuscht! Anders als das Rennrad ist dieses Fahrrad nicht zuvorderst für die Straße sondern für Radsport in unwegsamem Gelände konzipiert, was das vollkommen andersartige Erscheinungsbild erklärt. Mountainbikes verfügen über sehr breite Reifen und einen stabilen Rahmen. Charakteristisch für das Mountainbike ist der gerade Lenker, der eine relativ abgeflachte Sitzposition bedingt. Wird das Fahrrad wirklich im Gelände eingesetzt, so empfiehlt sich eine Federung. Hierbei hat der Käufer die Wahl zwischen den sogenannten Hardtails und den Fullys. Bei einem Hardtail ist lediglich die vordere Gabel gefedert, bei einem Fully hingegen ist zusätzlich auch das Hinterrad gefedert. Da die Fortbewegung in unwegsamem und bergigem Gelände verschiedenartige Anforderungen an die Kraftübertragung stellt, werden Mountainbikes in der Regel mit Kettenschaltungen angeboten. Weil es sich auch beim Mountainbike in seiner ursprünglichen Form um ein Sportgerät handelt, fehlen wie beim Rennrad häufig Lampen, Schutzbleche und Gepäckträger.

    1.6 Dirt Bike und BMX – immer auf dem Sprung

    Sportliche Betätigung der ganz anderen Art ermöglichen Dirtbikes und BMX-Räder. Beide zeichnen sich durch die extrem tiefe Sitzposition und einen sehr kleinen Rahmen aus, wodurch sie zum Heck hin abfallen. Durch diesen speziellen Bau sind beide Fahrradtypen eher nicht für längere Fahrtstrecken, dafür aber für waghalsige Sprünge und Tricks geeignet. Während das Dirt Bike über einen geraden Mountainbikelenker und eine Federgabel verfügt, ist das BMX gut an seinem geschwungenen Lenker zu erkennen.

    1.7 Das Crossbike – der Zwitter unter den Fahrrädern

    Eine Mischung aus Mountainbike und Rennrad? Das hört sich in etwa so vielversprechend an, wie eine Kreuzung zwischen Marathonläufer und Kugelstoßer. Aber es gibt sie, diese Zwitterwesen unter den Fahrrädern und sie haben durchaus ihre Vorteile, da sie das Beste aus zwei Welten in sich vereinen. Zum einen ermöglichen die großen und schmalen Räder und das geringe Gewicht eine rasche Fortbewegung, zum anderen bieten die etwas gröberen Reifen und die oftmals gefederte Vordergabel mehr Wendigkeit und Grip als dies beim Rennrad der Fall ist.

    1.8 Das Klapprad – immer mit dabei

    Häufig startet eine Fahrt mit dem Fahrrad nicht zuhause oder während der Radtour müssen Strecken mit dem Zug oder mit dem Auto überbrückt werden. In solchen Situationen spielen Klappräder ihre Vorteile aus, da sie sich äußerst platzsparend zusammenklappen lassen und so auch in kleineren Autos oder Zugabteilen Platz finden. Zu diesem Zweck verfügen Klappräder über einen kleinen Rahmen, der an den Scharnierstellen eingeklappt werden kann. Neben den Ausmaßen des geklappten Rades ist auch besonders auf das Gewicht zu achten. Wer das Fahrrad häufig heben muss, ist dankbar für das eine oder andere gesparte Kilogramm.

    1.9 Das E-Bike – ständig unter Strom

    Dank des Booms der Elektrofahrräder sind auch längere Radtouren heute kein Privileg von austrainierten Radprofis mehr. Besonders angesagt sind hierbei die sogenannten Pedelecs, bei denen ein Motor den Fahrer beim Treten unterstützt. Daneben sind am Markt aber auch E-Bikes erhältlich, die eigenständig, ohne dass Tretbewegungen vonnöten sind, fahren. In früheren Zeiten waren Elektrofahrräder eher für Menschen konzipiert, die aus gesundheitlichen Gründen Unterstützung beim Radfahren benötigten. Heutzutage hingegen liegt es bei allen Generationen voll im Trend, gemütlich mit dem Pedelec durch die Natur zu stromern. Hierzu passend, werden Pedelecs heutzutage für beinahe jede Fahrradkategorie angeboten. Bei der Auswahl des richtigen Pedelecs sollte allerdings nicht nur der günstige Preis im Vordergrund stehen. Ein guter Akku und eine gute Technik haben ihren Preis und auf diese Komponenten kommt es beim E-Bike ganz maßgeblich an, damit sich nach dem Kauf keine Enttäuschung breit macht.
    Schnell zum richtigen Fahrrad – der Überblick:

    FAHRRADTYP MERKMALE GEEIGNET FÜR
    Cityrad /Hollandrad
    • bequem
    • aufrechte Sitzposition
    • relativ breite Bereifung
    • häufig mit Naben­schaltun
    • verkehrssicher ausgestattet
    • Straßen
    • gemütliche, kurze bis mittellange Fahrten
    Trekkingrad
    • filigran und sportlich
    • relativ schmale Bereifung
    • meist mit Kettenschaltung
    • verkehrssicher ausgestattet
    • Straßen und leichtes Gelände
    • flotte, mittellange bis lange Fahrten
    Reiserad oder Randonneur
    • besonders belastbar
    • zusätzliche Gepäckaufnah­men
    • relativ schmale Bereifung
    • Straßen und leichtes Gelände
    • lange Fahrten und Radreisen
    Rennrad
    • extrem leicht und filigran
    • sehr schmale Bereifung
    • nicht verkehrssicher ausgestattet
    • Kettenschaltung
    • Straßen
    • schnelle Fahrten und Radrennen
    Mountain­bike
    • robust gebaut
    • breite Bereifung
    • häufig mit Federung
    • Kettenschaltung
    • meist nicht verkehrssicher
    • Touren durch unwegsames Gelände
    • Downhill
    Dirtbike & BMX
    • sehr robust
    • breite Reifen
    • nicht verkehrssicher
    • Sprünge & Tricks
    • Cross-Rennen
    Crossbike
    • ähnlich dem Trekkingrad
    • meist nicht verkehrssicher
    • Straße und leichtes Gelände
    • sportliches Fahren
    Klapprad
    • kleiner Rahmen
    • klappbar
    • Straße
    • Kurzstrecken
    E-Bike
    • elektrische Fahrhilfe
    • mit Akku
    • Pedelec = mit Tretunter- stützung
    • Kraftsparendes Fahren mit Motorunterstützung

    2. Kette oder Nabe, Scheibe oder Klotz – wesentliche Bauteile

    Vor dem Kauf sollten noch einige Bestandteile des Fahrrads genau unter die Lupe genommen werden. Welche das sind, zeigen wir in den nächsten Abschnitten.

    2.1 Gut Geschaltet! Fahrradschaltungen im Vergleich

    Ähnlich wie Autos sind auch die meisten Fahrräder mit einer Gangschaltung ausgestattet, die es dem Radfahrer ermöglicht, für jedes Tempo und jedes Gefälle die richtige Übersetzung zu wählen. Beim Fahrrad gibt es zwei Grundarten der Gangschaltung:

    Nabenschaltung

    VORTEILE

    • Getriebe ist geschlossen und somit vor Schmutz geschützt
    • wartungsarm
    • langlebig
    • sehr einfach zu bedienen

    NACHTEILE

    • vergleichsweise schwer
    • geringerer Übersetzungsbereich als bei der Nabenschaltung
    • Übersetzung nicht veränderbar
    • teurer als Kettenschaltung

    Kettenschaltung

    VORTEILE

    • geringes Gewicht
    • günstiger Preis
    • großer Übersetzungsbereich
    • Anpassbare Übersetzungen

    NACHTEILE

    • Getriebe ungeschützt
    • höherer Pflege- und Wartungsaufwand
    • relativ hoher Verschleiß

    Die großen Pluspunkte der Kettenschaltung sind ihr großer Übersetzungsbereich, ihr geringes Gewicht und ihr vergleichsweise niedriger Anschaffungspreis. Insbesondere in den Bereichen, in denen das Fahrrad als Sportgerät eingesetzt wird, führt kaum ein Weg an der Kettenschaltung und ihrer immensen Übersetzungsbandbreite vorbei. Wer allerdings zumeist im Flachland unterwegs ist, greift besser zu einem Fahrrad mit Nabenschaltung, da diese sehr einfach zu bedienen und sehr wartungsarm ist. Moderne Nabenschaltungen verfügen über bis zu 14 Gänge und damit über einen mehr als ausreichenden Übersetzungsbereich auch für ausgedehnte Fahrradtouren und Anstiege. Für den normalen Stadtverkehr und kleinere Touren reichen in der Regel aber auch Nabenschaltungen mit drei oder fünf Gängen aus.

    2.2 Verschiedene Bremssysteme im Check

    Im Auto zählt die Scheibenbremse heutzutage zur Standardausstattung. Auch Fahrräder sind mit diesem Bremssystem erhältlich. Allerdings ist ein Fahrrad mit Scheibenbremse nicht für jeden Radfahrer eine sinnvolle Anschaffung. Das standardmäßige und preiswertere Bremssystem basiert auf den sogenannten Felgenbremsen. Bei diesen werden die Bremsarme mit den Bremsbelägen von beiden Seiten gegen die Felge gepresst, wodurch diese gebremst wird. Dosiert wird die Bremswirkung hierbei mithilfe der Bremshebel am Fahrradlenker. Ausgehend von diesem Grundprinzip existieren zahlreiche Varianten der Felgenbremse, die sich in der Konstruktionsweise der Bremshebel voneinander unterscheiden. Die Vorteile der Felgenbremse resultieren aus ihrem recht einfachen Funktionsprinzip, das es selbst Laien ermöglicht einfache Reparaturarbeiten selbst vorzunehmen. Allerdings bedarf die korrekte Einstellung der Felgenbremse einer gewissen Übung, damit die Bremsarme und –beläge so ausgerichtet sind, dass sie eine optimale Bremswirkung garantieren. Vermindert ist die Bremswirkung von Felgen jedoch grundsätzlich bei Regen und auf schmutzigen Untergründen. Sobald Schmutz und Wasser zwischen Bremsbelag und Felge geraten, kann die Bremse ihre Wirkung nur noch sehr eingeschränkt entfalten und der Bremsweg verlängert sich stark. Bei derartigen Witterungsbedingungen können Scheiben- und Rücktrittbremsen ihre Vorteile voll ausspielen. Erstere arbeiten beim Fahrrad prinzipiell genauso wie beim Auto. Die Bremsbeläge werden nicht gegen die Felge, sondern gegen eine Bremsscheibe gedrückt, die an der Radnabe befestigt ist. Die Kraftübertragung kann hierbei, wie bei der Felgenbremse, über einen Bowdenzug erfolgen oder aber hydraulisch. Die ursprünglich für den Mountainbike­-Sport entwickelten Scheibenbremsen zeigen bei Nässe und Schmutz eine wesentlich bessere Bremsleistung als dies Felgenbremsen tun. Allerdings sind sie auch schwerer, komplexer und teurer als diese. Reparaturen in Eigenregie werden hierdurch deutlich schwieriger. Weitaus bekannter und verbreiteter als die Scheibenbremse ist bei Fahrrädern die Rücktrittbremse. Insbesondere bei Citybikes, Holland- und Kinderrädern wird sie regelmäßig verbaut. Ihr großer Vorteil besteht darin, dass sie im Hinterrad verbaut wird, wodurch sie sehr langlebig ist und ihr weder Nässe noch Schmutz etwas anhaben können. Zudem profitieren gerade kleine Kinder, die gerade das Radfahren erlernen, davon, dass die Hände beim Bremsen am Lenker bleiben können. Allerdings lässt sich die Rücktrittbremse aufgrund ihrer Funktionsweise nicht mit einem Fahrrad mit Kettenschaltung kombinieren, wodurch ihr Einsatz auf Fahrräder mit Nabenschaltung begrenzt ist.

    2.3 Es werde Licht! Varianten der Fahrradbeleuchtung im Überblick

    Sehen und gesehen werden, dieser Grundsatz gilt auch für Radfahrer. Insbesondere in den dunklen Wintermonaten kann eine funktionsfähige Beleuchtung Leben retten. Besondere Bedeutung kommt dieser Erkenntnis bei Fahrrädern wie Mountainbikes und Rennrädern zu, die häufig nicht werksseitig verkehrssicher ausgeliefert werden. Soll solch ein Fahrrad im Straßenverkehr bewegt werden, muss es mit den entsprechenden Elementen nachgerüstet werden. Im Bezug auf die Beleuchtung bieten sich hier batteriebetriebene Leuchten an, die mit speziellen Vorrichtungen am Fahrrad angebracht werden. Beim Kauf und bei der Montage am Fahrrad ist darauf zu achten, dass die Leuchten über eine ausreichende Leuchtkraft- und Leuchtdauer verfügen und dass sie so befestigt sind, dass sie andere Verkehrsteilnehmer nicht blenden. Vorsicht: Nicht alle Batteriebeleuchtungen entsprechen den Vorgaben der StVO! Ist die Beleuchtung bereits am Fahrrad vormontiert, erübrigen sich solche Anschaffungen. Allerdings gibt es auch zwischen den festinstallierten Beleuchtungsanlagen einige Unterschiede. Das fängt bereits beim Dynamo des Fahrrads an. Beim sogenannten Seitenläufer wird der Dynamo mechanisch an die Felge oder den Reifen gepresst und dann, wenn er nicht mehr gebraucht wird, in seine Ausgangsstellung zurückgebracht. Der Nabendynamo hingegen befindet sich in der Nabe des Rades und läuft hierdurch immer mit. Dies hat zwar eine leichte Verstärkung des Laufwiderstandes zur Folge, allerdings zeigt der Nabendynamo einen höheren Wirkungsgrad als der Felgendynamo und wird zudem nicht von Nässe und Schmutz beeinträchtigt. Hinsichtlich der beim Fahrrad verwendeten Leuchtmittel ist die gute alte Glühbirne deutlich ins Hintertreffen geraten. Im Rücklicht des Fahrrads sind heute LEDs verbreitet. Im Frontscheinwerfer hingegen konkurrieren Halogen- und LED-Scheinwerfer um die Marktführerschaft. Welches hierbei das bessere System ist, lässt sich nicht eindeutig sagen. Halogenbirnen zeigen häufig eine bessere Leuchtleistung, aber eine deutlich geringere Lebenszeit als LED-Leuchtmittel. Da, wie eingangs erwähnt, das Gesehenwerden beim Fahrradfahren fast noch wichtiger ist als das Sehen, gehören Standlichter mittlerweile meist zur Standardausrüstung beim Fahrrad. Diese Lichter leuchten auch nach dem Anhalten des Fahrrads weiter und tragen damit erheblich zur Sicherheit des Fahrers bei.

    2.4 Rahmen und Federung

    Bretthart oder butterweich? Sportlich oder bequem? Diese Entscheidung steht beim Fahrrad in unmittelbarer Verbindung mit der Wahl des Rahmens und der Federung. Da nicht nur die am Fahrrad angebrachten Dämpfer, sondern auch der Rahmen selbst federt, kommt der Wahl des Rahmenmaterials eine nicht unerhebliche Bedeutung zu. Diesbezüglich ist Aluminium in den letzten Jahren deutlich im Aufwind, was aber nicht über die Vorteile eines Stahlrahmens hinwegtäuschen sollte. Die Festig- und Zähigkeit des Stahls ermöglichen es den Fahrradkonstrukteuren sehr filigrane Rahmen zu bauen. Dieser filigrane Bau resultiert in einem verbesserten Federungskomfort des Fahrrads. Aluminiumrahmen hingegen weisen prinzipiell ein geringeres Gewicht auf, allerdings ist Aluminium nicht so bruchsicher wie Stahl, wodurch die Rohrdurchmesser am Fahrrad größer sein müssen. Ein Vorteil von Aluminiumrahmen ist aber ohne Frage, dass kein Rost zu fürchten ist. Wem die natürliche Federwirkung des Rahmens nicht ausreicht, der sollte zu einem Fahrrad mit zusätzlichen Dämpfern greifen. Waren Federgabeln und Hinterraddämpfer ursprünglich nur im Mountainbikesport üblich, so werden insbesondere Federgabeln heutzutage auch häufig in Trekking- und Citybikes verbaut. Diese spielen gerade auf holperigen Pisten ihre Vorteile aus. Nachteilig können sich Federgabeln allerdings bei Anstiegen auswirken, da sie, insbesondere dann, wenn der Fahrer aus dem Sattel steigt, Tretenergie schlucken. Hochwertige Federgabeln sind aus diesem Grund mit einer Art Fernbedienung ausgestattet, die es ermöglicht, sie vom Lenker aus zu verriegeln. So wird nur dann gefedert, wenn tatsächlich gefedert werden muss.

    2.5 Sitzt perfekt. Der richtige Sattel fürs Fahrrad

    Der Sattel ist die maßgebliche Verbindungsstelle zwischen Fahrer und Fahrrad und so manche Fahrradtour wurde schon unsanft durch ein schmerzendes Gesäß beendet. Der Wahl des richtigen Sattels gilt also besondere Aufmerksamkeit. Hierbei sollte man sich jedoch nicht vom ersten Eindruck trügen lassen. Ein breiter und sehr weicher Sattel sieht auf den ersten Blick zwar äußerst bequem aus, ist aber für ein Fahrrad, auf dem der Fahrer ein sportliche Sitzhaltung einnimmt, kaum geeignet. Bei Mountainbikes, Rennrädern und Crossbikes empfehlen sich also meist etwas schmalere Fahrradsattel. Bei einem Fahrrad, auf dem man aufrecht sitzt, ist die Belastung anders geartet und es bietet sich eher ein breiterer Sattel an. Allerdings ist es im Bezug auf die Wahl des richtigen Fahrradsattels sehr schwierig ein einfaches Patentrezept anzugeben, da jeder Mensch beim Radfahren anders sitzt und somit andere Ansprüche an die Form und die Stellung des Fahrradsattels hat.

    3. Das E-Bike und das Trekkingrad im Test

    Die Stiftung Warentest testete vor einigen Jahren Trekking-Räder und E-Bikes. Wie ihr Testurteil lautet, stellen wir nun vor.

    3.1 Trekking-Räder im Fahrrad Test bei Stiftung Warentest

    Im Frühjahr 2009 testete die Stiftung Warentest insgesamt 14 Trekkingräder, wobei jedoch nur vier Räder zu überzeugen wussten und die Note „gut“ einheimsten. Ein klarer Fahrrad Vergleichssieger kristallisierte sich bei diesem Fahrrad Test nicht heraus, da alle drei Fahrräder mit der gleichen Endnote über die Ziellinie gingen. Jedes Fahrrad wurde im Fahrrad Vergleich der Stiftung Warentest bezüglich der Aspekte: „Fahreigenschaften“, „Sicherheit und Haltbarkeit“, „Einstellen und Reparieren“ und „Schadstoffe in den Griffen“ getestet.

    3.2 E-Bikes im Fahrrad Test bei Stiftung Warentest

    Die Stiftung Warentest zollt dem E-Bike-Boom Tribut und nahm nach 2013 auch im Fahrrad Vergleich des Jahres 2014 erneut mehrere Tiefeinsteiger-Elektroräder unter die Lupe. Bei allen Fahrrädern im Fahrrad Test handelte es sich um sogenannte Pedelecs, das heißt Fahrräder, die elektrische Tretunterstützung liefern. Waren die Testergebnisse im Jahr 2013 noch äußerst ernüchternd ausgefallen, zeigte sich im Jahr 2014 ein deutlicher Aufwärtstrend. Drei Fahrräder erhielten am Ende des Fahrrad Tests die Note „gut“ und vier die Note „befriedigend“. Keines wurde schlechter als mit der Note „ausreichend“ bewertet. Besonders im Fokus der Tester standen Aspekte der Fahrsicherheit, wie beispielsweise die Stabilität der Lenker und die Wirkung der Bremsen, da diesen Gesichtspunkten insbesondere bei Elektrofahrrädern eine große Bedeutung zukommt. Darüber hinaus wurden natürlich auch die Akkus der Fahrräder getestet.

    4. Fazit

    Die Beziehung zwischen Radfahrer und Fahrrad ist in manchen Bereichen fast mit der zwischen Herrchen und Hund vergleichbar. Damit die Beziehung funktioniert, muss man einander ähnlich sein. Genauso wenig, wie sich der agile Windhund für Rentnerinnen und Rentner eignet, die gerne viel Zeit zuhause verbringen und ab und zu ein Ründchen um den Block drehen, genauso wenig eignet sich ein Rennrad für den Liebhaber ausgeprägter Radtouren. Das richtige Fahrrad zu finden ist nicht immer einfach, aber der Markt bietet ein mannigfaltiges Sortiment, in dem für alle Ansprüche das passende Modell zu finden ist. Allerdings sollte man sich vor dem Kauf über die eigenen Ansprüche an ein Fahrrad klar geworden sein, damit der Neuerwerb des Drahtesels nicht in einer bösen Überraschung endet.

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