Reisevergleich zu Weihnachten

Für die Weihnachtsfeiertage einmal quer durch Deutschland

Inhaltsverzeichnis

    Inhaltsverzeichnis

    “I’ll be home for Christmas”, das sang bereits 1943 Bing Crosby in seinem großen Weihnachts-Hit. Bis heute gehört für viele zu den Feiertagen am Jahresende unbedingt ein Besuch bei der Familie dazu. Doch für manche ist der Weg weit und – da viele die weihnachtliche Heimreise antreten – die Verkehrswege oft rappelvoll.
    Auf welche Weise lässt sich der Weg zu den Lieben also am besten bewerkstelligen? Möglichkeiten gibt es viele, doch wo geht es am schnellsten? Wo ist man auch mit einem schmalen Budget gut unterwegs? Nicht zuletzt zählt auch der Komfortfaktor – schließlich möchte man nicht als nervliches Wrack bei der Familie ankommen und so die weihnachtliche Vorfreude schon im Keim ersticken.
    Wir haben die nahende Weihnachtszeit zum Anlass genommen, eine Auswahl an Reisemöglichkeiten zu den Feiertagen auf Herz und Nieren zu prüfen.

    So haben wir getestet

    Um die Reisemöglichkeiten möglichst gut vergleichen zu können, hat sich unsere Redaktion folgende Rahmenbedingungen auferlegt: Als Reisedatum wurde – wenn möglich – der 19. Dezember 2016 auserkoren. Das ist der Montag der Vorweihnachtswoche und für viele ein guter Termin, um schon vor den Feiertagen Zeit mit der Familie zu verbringen. Für den Spaziergang über den heimischen Weihnachtsmarkt ist dann ebenso noch genügend Gelegenheit wie für die Beschaffung von Last-Minute-Geschenken.
    Die Beispielreisenden im Vergleich sind als Paar unterwegs: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Stand: 2015) zählt der Zwei-Personen-Haushalt in Deutschland zu den verbreitetsten Lebensmodellen. Zudem ist bei Paaren ohne eigenen Nachwuchs oft der Wunsch größer, die Feiertage im Familienkreis – meist bei den Eltern – zu verbringen.
    Die beiden Reiserouten verlaufen von Hamburg nach München und von Köln nach Berlin. Die Strecken sind zum einen lang genug, um die jeweiligen Vor- und Nachteile der Reisearten im Vergleich gut hervorzuheben. Zum anderen handelt es sich bei den vier Großstädten um wichtige Verkehrspunkte, die von vielen Anbietern angesteuert werden.

    Die Strecke von Berlin nach Köln

    Auto

    In vielen Haushalten ist das Auto Verkehrsmittel Nummer eins. Der eigene fahrbare Untersatz sorgt für viel Flexibilität: Die Abfahrtszeit kann frei gewählt werden, Anzahl und Größe der Koffer und Reisetaschen wird nur durch das Volumen des Kofferraums begrenzt. Zudem entfällt die Fahrt zum Bahnhof oder Flughafen – die Heimreise beginnt direkt vor der Haustür.
    Auf der anderen Seite ist die Heimfahrt im Auto vor allem vor den Feiertagen durch Staus gefährdet. Laut ADAC standen die Deutschen im vergangenen Jahr 341.000 Stunden im Stau – 56.000 mehr als noch im Jahr davor. Zudem warnt der Auto-Club in seinem Staukalender vor besonders hohem Verkehrsaufkommen an den Tagen vor Weihnachten. Wer Pech hat, muss auf seinem Weg ins Feiertags-Vergnügen also eine ganze Menge Geduld mitbringen. Das Warten im Stau kostet zudem nicht nur Zeit und Nerven, sondern zusätzlich Benzin – das ohnehin der größte Kostenfaktor auf längeren Reisen ist.

    Bahn

    Als nervenschonende Alternative zur vorweihnachtlichen Autofahrt präsentiert sich die Bahn. Anstatt sich selbst hinter das Lenkrad zu setzen und sich durch die feiertags-typischen Staus zu quälen, dürfen sich Bahnreisende zurücklehnen und sich zu ihrem Ziel fahren lassen. Extra auf die Weihnachtszeit zugeschnittene Sonderangebote locken mit günstigen Preisen. Zudem ist man mit dem Zug meist schneller unterwegs als im Auto, das gilt vor allem auf den gut ausgebauten Strecken zwischen Großstädten. Dort lässt sich eine Menge Zeit sparen. Auch vor dem Winterwetter braucht man sich in der Bahn nicht fürchten. Bevor witterungsbedingt Fahrten ausfallen, sind die Autobahnen längst unbefahrbar.
    In einigen Bereichen haben Bahnfahrer allerdings das Nachsehen. Zum einen sind sie an den Fahrplan der jeweiligen Anbieter gebunden – der erfahrungsgemäß auch schon mal mit Verspätungen und Ausfällen einen Strich durch die Feiertagsplanung machen kann. Zum anderen müssen vor allem Kurzentschlossene meist tiefer in die Tasche greifen. Frühbucher-Rabatte sind vor allem für beliebte Reisetermine vor Feiertagen schnell ausverkauft und bedeuten zudem oft den Verzicht auf Flexibilität – wer sich kurzfristig umentscheidet, bleibt im schlechtesten Fall auf seinen Tickets sitzen. Gerade in der Vorweihnachtszeit sollte man sich auf äußerst gesellige Fahrten einstellen – das ist nicht jedermanns Sache. Wenn der Abfahrts- oder Ankunftsort nicht zentral liegt, kommen außerdem noch die Wege zum und vom Bahnhof hinzu.

    Flugzeug

    Besonders schnell am Ziel sind Reisende mit dem Flugzeug – nicht umsonst ist bei direkten Strecken von der Luftlinie die Rede. Im Idealfall benötigen Direktflüge nur einen Bruchteil der Zeit, die etwa Auto oder Bahn unterwegs sind. Frühbucher kommen vergleichsweise günstig an ihre Flugtickets – schon weit im Voraus werben Luftlinien und Vergleichsportale mit Sonderkonditionen. Außerdem ist der Komfortfaktor hoch: Staus sind für Flugreisende kein Problem, ebensowenig wie anstrengendes Fahren bei Winterwetter.
    Allerdings sind vor allem Inlandsflüge den Umweltschützern ein Dorn im Auge. Nach Angaben der Organisation atmosfair setzt ein Linienflug oft mehr als fünfmal so viel klimaschädliches Kohlenstoffdioxid (CO2) frei wie eine Bahnfahrt auf einer vergleichbaren Strecke. Da zusätzliches Gepäck meist extra kostet, können die mitgebrachten Weihnachtsgeschenke noch einmal teuer werden. Wer nicht gerade in der Nähe eines Flughafens lebt, muss erhebliche Zusatzwege in Kauf nehmen. Für Kurzentschlossene zählen Flüge darüber hinaus zu den kostspieligsten Reisewegen.

    Karte Hamburg Muenchen

    Die Karte von Hamburg nach München

    Bus

    Nicht nur zu Ferien und Feiertagen bieten auch Fernbus-Betreiber die Möglichkeit, den Weg zur Familie zurückzulegen, ohne sich selbst ans Steuer setzen zu müssen. Selbst bei kurzfristigen Buchungen kommt man vergleichsweise günstig von A nach B, besondere Angebote zu den Feiertagen verbessern das Preis-/Leistungs-Verhältnis oft noch weiter. Zudem ist die Auswahl an Abfahrts- und Zielhaltestellen recht groß – das spart Zeit.
    Größtes Manko der Fernbusreise ist dennoch die lange Fahrtzeit. Zum Teil dauert die Reise doppelt so lange wie mit dem Auto. Auf der Beispielstrecke Hamburg-München ist man oft mehr als 12 Stunden unterwegs – das kann zur Geduldsprobe werden. Darunter leidet auch der Komfort: Mit vielen Leuten einen halben Tag in einem Bus zu reisen ist auch bei gut ausgestatteten Fahrzeugen kein Vergnügen. Zudem ist man vor Staus nicht gefeit. Das treibt die Reisezeit noch weiter nach oben. Vor Fahrtantritt sollte man sich also ein dickes Buch mitnehmen, das man sich schon lange mal vorgenommen hatte. Die meisten Fernbus-Anbieter bieten ihren Gästen mittlerweile kostenloses Wlan und Steckdosen. So wird eine lange Reise nicht ganz so langweilig. Dank dem Internetzugang kann man sich mit Smartphone, Laptop oder Tablet gut die Zeit vertreiben. Schwächelt der Akku, lädt man diesen schnell und einfach über die Steckdose am Sitzplatz wieder auf.

    Mitfahrportale

    Die Vorteile einer Autofahrt mit dem Bonus, nicht selbst fahren zu müssen, bieten Mitfahrportale. Gerade zwischen großen Städten gibt es reichlich Angebote und auch etwas abgelegenere Orte werden vergleichsweise häufig angesteuert. Weil die Anbieter in der Regel privat sind, steigt im Gegensatz zu vielen anderen Reisearten zu den Feiertagen nicht nur die Nachfrage, sondern auch das Angebot. Das erhöht die Chance auf kurzfristige Buchungen. Weil man sich den Benzinpreis teilt, kommt man bei Mitfahrangeboten zudem recht günstig weg.
    Aber: Stau ist Stau – da kommt man auch bei einer Mitfahrgelegenheit nicht schneller durch als auf eigene Faust. Immerhin gibt es mit dem Fahrer jemanden, mit dem man bei einem netten Gespräch die Wartezeit angenehmer gestalten kann. Oft erfährt man auf diese Weise Dinge über Start- und Zielort, die man bislang nicht wusste. Allerdings stimmt die Chemie zwischen Fahrer und Passagieren nicht immer – die Fahrtdauer ist man aber trotzdem wohl oder übel gemeinsam unterwegs.

    Fazit

    Möglichkeiten, zu den Weihnachtsfeiertagen zu Freunden und Familie zu gelangen, gibt es viele – eine Patent- oder sogar Ideallösung für jeden Geschmack aber nicht. Letztendlich ist die Wahl des Reisewegs immer abhängig von Budget, Zeit und vor allem den persönlichen Vorlieben: Wer besonders flexibel sein möchte und gerne seine Ruhe hat, ist mit dem eigenen Auto am besten bedient. Flink kommt man mit der Bahn und besonders per Flugzeug ans Ziel. Wer sich für den Reisebus oder ein Mitfahrportal entscheidet, schont vor allem sein Portemonnaie. Den Tücken einer Reise zu den Feiertagen ist man – auf die eine oder andere Weise – allerdings in jedem Fall ausgesetzt.

    Kommentar schreiben

    Kommentar