Fit ins neue Jahr – die besten Trainingsmethoden im Kampf gegen den Winterspeck – Teil 3: Trailrunning

Trailrunning – Straßen? Wo wir hinlaufen, brauchen wir keine Straßen!

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    Silvester ist vorbei und das neue Jahr hat begonnen. Zusammen mit Raclette und Böllerei steht vor allem eines für alle jedes Jahr neu auf dem Programm: die guten Vorsätze. Der mit Abstand beliebteste davon: mehr Sport! Damit das funktioniert und die Weihnachtspfunde purzeln, stellen wir in unserer Serie “Fit ins neue Jahr” fünf Sportarten vor, die vor allem Sportmuffel aus dem Winterschlaf holen sollen.

    Heute: Trailrunning.

    Laufsportarten gibt es viele. Die bekanntesten sind unter anderem Nordic Walking, Power Walking und Jogging. Doch die wenigsten wissen, dass es Läufer gibt, die abseits der Wege unterwegs sind. Joggen im Unterholz? Nein, Trailrunning.

    Auf wiedersehen, Straße

    Die Sonne lacht, der Himmel ist wolkenlos. Ideale Bedingungen für Outdoorsportler. Viele Menschen schnüren sich ihre Laufschuhe an die Füße und gehen eine Runde Joggen. Egal ob auf asphaltierten Wegen oder im Wald – schöne Joggingstrecken gibt es zuhauf. Meist ist man dabei jedoch auf asphaltierten Wegen unterwegs. Aber da wo diese aufhören, fängt Trailrunning an. Trailrunning setzt sich aus den Begriffen Trail (Pfad) und Running (Laufen) zusammen. Im deutschen ist er auch unter Landschaftslauf oder ganz einfach Traillauf bekannt. Wem das normale Joggen zu langweilig ist, sollte mal einen Blick auf diese Outdoor-Sportart werfen.
    Grundsätzlich ist Trailrunning ein zusammenfassender Begriff für das Laufen abseits der asphaltierten Straßen. Ist dann Joggen im Wald oder Park nicht auch eine Art von Trailrunning? Korrekt. Das Laufen auf Strecken abseits der asphaltierten Wege, wird als Trailrunning bezeichnet. Jedoch muss die Strecke mehr als 1,6 Kilometer betragen, da Trailrunning ein Langstreckenlauf ist. Und der beginnt offiziell erst aber einer Strecke von 1,6 Kilometern. Trailrunner können darüber aber nur schmunzeln, denn richtige Trailrunning-Strecken sind meist deutlich länger.
    Für einen echten Trailrunner ist die Herausforderung abseits der Wege und Trampelpfade zu finden. Dort geht es ab ins Unterholz oder durch/über Bäche. Der Weg ist das Ziel. Beim Trailrunning wird zwischen drei unterschiedlichen Kategorien unterschieden. Urban-Trailrunning, Cross-Trailrunning und Adventure-Trailrunning.

    Urban-Trailrunning

    SCHICK UND SCHNELL

    Laufschuhe sind die beste Wahl für Trailrunning in der Stadt oder auf Waldwegen

    Beim Urban-Trailrunning geht es, wie der Name es vermuten lässt, in die Stadt. Aber Moment mal. Hieß es vorhin nicht noch, dass Trailrunning abseits der Straßen stattfindet? Das ist richtig, aber nur, weil es in der Stadt Straßen gibt, heißt es ja nicht, dass man diese nutzen muss. Ganz vermeiden lässt sich die Nutzung sicherlich nicht, aber größtenteils spielt sich das Geschehen abseits der Wege ab. So gibt es zum Beispiel in München eine Trailrunning-Strecke, die zuerst durch den Sand am Isar-Ufer entlang führt. Anschließend geht es dann querfeldein durch den Park. Steht eine Parkbank oder ein kleiner Strauch im Weg, kann man einfach drüber hüpfen. Urban-Trailrunning erinnert teilweise schon etwas an die Sportart Parkour, bei der Hindernisse möglichst effizient und stilvoll überwunden werden. Wichtig ist, dass die Strecke nur grob vorgegeben wird, es aber keine abgesteckte Strecke gibt. Letzteres wäre eine Cross-Running-Strecke. Abgesteckte Parcours gibt es beim Trailrunning nicht. Die Natur ist der Weg.

    Cross-Trailrunning

    Beim Cross-Trail-Running geht es hinaus in die Wälder. Das Gelände ist etwas anspruchsvoller als beim Urban-Trailrunning. Größere Steigungen sind keine Seltenheit. Allerdings darf der Läufer beim Cross-Trailrunning die einzelnen Waldpfade nicht verlassen. Auf kleinen Wald- und Matschpfaden darf sich der Läufer jedoch weiterhin bewegen. Die zusätzliche Schwierigkeit sind mögliche Hindernisse wie beispielsweise umgestürzte Bäume, rutschiges Blattwerk oder schlammige Böden.

    Adventure-Trailrunning

    Beim Adventure-Trailrunning geht es dann wirklich fernab der Wege weiter. Adieu Wege – willkommen im Unterholz. Beim Laufen ist man eins mit der Natur. Je unwegsamer die Route, desto besser. Jedoch müssen Läufer Naturschutzgebiete respektieren und dürfen dort die Wege keinesfalls verlassen. Der beliebteste Ort bei vielen Trailrunnern sind die Berge. Dort geht es vor allem über Geröllfelder, durch Bäche und letztendlich auf die Berge. Solche Läufe sind extreme Trailruns. Regelmäßig finden organisierte Läufe in den Bergen statt, wie beispielsweise der UltraTrail am Großglockner. Der anspruchsvollste Traillauf ist der Ultra Trail du Mont Blanc. Auf 168 Kilometern Strecken-Länge und 9.000 Höhenmetern führt der Trail innerhalb einer Zeitvorgabe von 41 Stunden um das Mont-Blanc-Massiv. Diese Strecke muss allein bewältigt werden und führt größtenteils über den Fernwanderweg Tour du Mont Blanc. Dieser geht durch die drei Länder Schweiz, Italien und Frankreich. Oft geht es auch in den hochalpinen Bereich. Das ist definitiv nichts für Trailrunning-Anfänger. Die übliche Streckenlänge liegt eher zwischen fünf und zehn Kilometern.

    Trailrunning ist gut für den Körper: Trailrunning beansprucht mehr Muskelgruppen als Joggen auf ebenem Gelände. Um im Unterholz nicht zu stürzen, muss die gesamte Muskulatur angespannt werden. Konzentration und Koordination werden ebenfalls geschult, wenn die Runner Hindernissen in der Umgebung ausweichen.

    Die passende Ausrüstung

    Damit der Läufer Trailrunning auch in vollen Zügen genießen kann, benötigt er die passende Ausrüstung. Das Wichtigste sind die Schuhe. Sie sollten sehr stabil sein und ein gutes Profil besitzen. So ist man in schwierigem Gelände vor Stürzen geschützt. Die Sohle sollte ebenfalls robust sein, damit der Schuh nicht von spitzen Steinen durchbohrt werden kann.
    Empfehlenswert ist, wie bei den meisten Laufsportarten, eine atmungsaktive und angenehm zu tragende Kleidung. Für längere Läufe sollte unbedingt an zusätzliche Ausrüstung wie Verpflegung, Taschenlampe, Rucksack, Erste-Hilfe-Set gedacht werden. Für längere Touren ist eine Wasserflasche oder eine Trinkblase im Rucksack ebenfalls empfehlenswert.

    Trailrunning ist doch eigentlich nur Jogging, oder?

    Nun wird es bestimmt noch Zweifler geben, die behaupten, dass Trailrunning einfach nur eine Form von Jogging ist. Trailrunner werden antworten: Jogging ist eine Form von Trailrunning. Doch wer hat nun recht? Wer in der Stadt joggen geht, ist definitiv kein Trailrunner. Dazu müsste er nämlich die asphaltierten Straßen verlassen und dort entlang laufen, wo es der normale Jogger nicht tun würde. Ähnlichkeiten zum Parkour kommen nicht von ungefähr.
    Wer allerdings zu einem Traillauf im Wald startet, der könnte genauso gut sagen: Ich gehe joggen. Unterschiede gibt es keine. Ob Cross-Trailrunning oder Jogging, man läuft halt durch den Wald. Anders sieht es aus, wenn der Trailrunner die Waldwege verlassen und durchs Unterholz und durch Bäche rennen. Dies wird sicherlich kein Jogger auf seiner Tour in Betracht ziehen. Adventure-Trailrunning ist die Königsdisziplin unter Trailrunnern und diese reagieren gewiss stinkig, wenn sie als einfache Jogger bezeichnet werden.

    Alternativen zum Trailrunning

    Es gibt viele Läufe abseits der Wege. Jedoch ist solch ein Lauf nicht automatisch ein Trailrun. Der wichtigste Punkt beim Trailrun ist, dass die Laufstrecke über natürliche Wege führt und nicht durch einen eigens abgesteckten Bereich. Die Hindernisse müssen ebenfalls natürlich sein und nicht künstlich in die Strecke integriert werden. Andernfalls zählt der Lauf eher zum Cross Running, der eng verwandt mit dem Traillauf ist. Doch wie unterscheidet er sich vom Trailrunning? Um dies zu verdeutlichen, stellen wir zwei beliebte Beispiele des Cross-Runnings vor.

    Extrem-Hindernislauf

    Der Extrem-Hindernislauf, auch als Obstacle-Run bekannt, ist ein Lauf über einen abgesteckten Parcours, auf dem sich mehrere Hindernisse befinden. Diese sind recht vielseitig und reichen von Gerüsten, die man erklimmen muss, bis hin zu Matschgräben zum Durchrobben. Oft werden auch Reifen-Barrikaden und Wasserbassins errichtet, die es zu durchqueren gilt. Die Streckenlänge beläuft sich dabei oft auf fünf bis 20 Kilometer.

    Zombie-Run

    Auf den ersten Blick ist der Zombie-Run ebenfalls ein ganz normaler Obstacle-Run mit Hindernissen, wie Reifen, Wassergräben et cetera. Allerdings kommt noch eine Sache erschwerend hinzu: Zombies. Na gut, keine echten – aber für den sportlichen Ehrgeiz kann man ja so tun, als ob. Die Untoten sind geschminkte Darsteller. Jeder kann beim Zombie-Run mitmachen. Entweder als Läufer oder als Zombie. Die Regeln sind einfach: Jeder Läufer erhält drei Bändchen, die an den Körper geschnallt werden. Während sie über den Parcours laufen, versuchen die Zombies die Bänder abzureißen. Gelangt ein Läufer ohne ein einziges Bändchen ins Ziel, ist er infiziert. Ansonsten hat er „überlebt“ und bekommt eine „Medaille“. Dadurch wird der Zombie-Run zur spaßigen Alternative zum gewöhnlichen Hindernisparcours.

    Der Nachteil von beiden Läufen ist, dass sie nur auf speziell ausgerichteten Veranstaltungen durchgeführt werden können. Beim Trailrunning gibt es zwar auch extra Events, die Läufe können jedoch zu jeder Tages- und Nachtzeit gemacht werden.

    Fazit

    Wem Joggen auf normalen Wegen zu langweilig ist, der sollte einmal Trailrunning ausprobieren. Gerade Naturliebhaber kommen dabei ganz auf ihre Kosten, da man beim Laufen wirklich eins mit der Natur wird. Der Läufer befindet sich nämlich mittendrin. Doch auch Stadtmenschen müssen nicht erst etliche Kilometer ins Grüne fahren, sondern können beim Urban-Trailrunning einmal ganz andere Wege fernab der üblichen Straßen erkunden. Und wer weiß – vielleicht wird der ein oder andere sich dann auch mal für einen Lauf in den Alpen anmelden.

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