Fit ins neue Jahr – die besten Trainingsmethoden im Kampf gegen den Winterspeck – Teil 2: Nordic Walking

Nordic Walking – Zwei Stöcke für ein Hallelujah

Inhaltsverzeichnis

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    Silvester ist vorbei und das neue Jahr hat begonnen. Zusammen mit Raclette und Böllerei steht vor allem eines für alle jedes Jahr neu auf dem Programm: die guten Vorsätze. Der mit Abstand beliebteste davon: mehr Sport! Damit das funktioniert und die Weihnachtspfunde purzeln, stellen wir in unserer Serie “Fit ins neue Jahr” fünf Sportarten vor, die vor allem Sportmuffel aus dem Winterschlaf holen sollen.

    Heute: Nordic Walking

    Sicherlich hat der ein oder andere schon mal eine Gruppe Spaziergänger mit Stöcken gesehen. Meist kündigen sie sich schon aus der Ferne mit einem lauten Klackern auf dem Asphalt an. Kaum haben die Walker sich bemerkbar gemacht, sind sie auch schon wieder vorbeigerauscht. Was aussieht, wie Ski-Langlauf ohne Schnee und Ski, nennt sich Nordic Walking.

    Was ist das Nordische Laufen?

    Wie der Name es schon erahnen lässt, hat die Sportart ihren Ursprung in Skandinavien. Auf den ersten Blick besteht der Sport aus schnellem Gehen mit Nordic-Walking-Stöcken. Doch fangen wir von vorne an. Wie entwickelte sich die Idee dieser Sportart? Wieso laufen Menschen mit Skistöcken durch die Gegend? Eigentlich sieht man Menschen mit solchen Stöcken nur beim Wandern oder beim Skifahren. Letztere Sportart trug maßgeblich zur Entstehungsgeschichte bei. Im Sommer hielten sich so Biathleten und Langläufer fit. Da im Sommer zu wenig Schnee lag, wurde ein alternatives Trainingsprogramm entwickelt – die Geburtsstunde des Nordic Walkings.

    Wie läuft man nordisch korrekt?

    So banal wie manche diese Sportart finden, ist sie gar nicht. Sie ist viel mehr als einfaches Spazieren gehen mit Stöcken. Oft wird Nordic Walking von Außenstehenden belächelt. Es müssen einige Sachen beachtet werden, um den Sport korrekt durchzuführen. Die Schultern dürfen beim Laufen nicht angespannt sein und die Walking-Stöcke müssen nah am Körper getragen werden. Wenn die Stöcke zu weit vom Körper entfernt sind, kann der Walker keinen ausreichenden Druck ausüben. Außerdem kommt man so anderen Mit-Walkern in die Quere. Er darf die Arme keinesfalls im 90-Grad-Winkel halten. Sie sollten in einer pendelnden Bewegung nach vorne schwingen. Den Rücken darf man weder krümmen, noch darf man ins Hohlkreuz gehen. Die Knie sollte der Walker nicht durchstrecken und die Ferse sollte man ebenfalls nicht zu steil aufsetzen. Stock und Füße müssen in Einklang gebracht werden. Der Bewegungsablauf ist zyklisch, das heißt immer wenn die rechte Ferse aufsetzt, muss der linke Stock den Boden berühren. Umgekehrt genauso. Die richtige Technik zu lernen ist also nicht ganz so einfach. Die Positionierung der Stöcke ist ein großes Problem für viele Anfänger. Sie setzen die Stöcke zu weit nach vorne oder stützen sich darauf auf. Der Stock muss schräg nach hinten ausgerichtet werden. Um diese Fehler zu vermeiden, bietet es sich an einen Schnupperkurs zum Nordic Walking zu besuchen. Dieser wird in der Regel auch von der Krankenkasse übernommen beziehungsweise bezuschusst. Denn: Nordic Walking ist gesund. Die schwungvollen Bewegungen stärken sowohl das Herz, als auch Muskeln und Knochen. Somit verringert Nordic Walking das Risiko an Osteoporose oder Bluthochdruck zu erkranken. Ein weiterer positiver Effekt ist: Die Pfunde purzeln. Beim „Stöckerlauf“ kann der Läufer im Schnitt 400 Kilokalorien pro Stunde verbrennen.

    Welche Ausrüstung benötigt man zum Nordic Walking

    TAKE A WALK WITH ME

    Das wichtigste Utensil sind richtig eingestellte Stöcke

    Die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände sind ohne Frage die Nordic-Walking-Stöcke. Diese bestehen meist aus Carbon oder Aluminium. Viele Walker schwören auf Carbon, da es etwas stabiler ist als Aluminium. Soviel zum Material. Doch wie finden Sportler die richtige Länge für den Stock heraus? Da gibt es zum Glück eine einfache Formel: Körpergröße * 0,66. Das macht bei einer Körpergröße von 1,80 Metern eine optimale Stocklänge von knapp 119 Zentimeter. Das Ergebnis ist die optimale Länge des Stocks. Viele Nordic-Walking-Stöcke sind Teleskopstöcke, sodass man sie optimal auf die jeweilige Größe einstellen kann. Allerdings vibrieren diese Modelle stärker. Den Griff muss man so positionieren, dass er circa fünf Zentimeter unter den Händen liegt. Die Stöcke besitzen, analog zu den Wanderstöcken und Skistöcken, Handschlaufen. Damit ist für eine optimale Kraftübertragung auf den Stock gesorgt. Außerdem verhindern sie, dass die Hand aus dem Stock herausrutscht.
    Neben dem Stock ist das richtige Schuhwerk ebenfalls sehr wichtig. Fürs nordische Laufen können Walking-Schuhe getragen werden. Sie sind im Gegensatz zu Laufschuhen stärker abgerundet. Da entscheidet im Endeffekt die persönliche Vorliebe, welcher Schuh getragen wird. Wer an den Händen schnell Blasen bekommt, sollte sich Fahrradhandschuhe anziehen. Außerdem ist es ratsam bequeme und atmungsaktive Kleidung zu tragen.

    Nordic Walking vs. Walking?

    Wieso sollte man denn nun mit Stöcken durch die Gegend laufen, wenn es auch ohne geht? Die Alternative lautet Walking beziehungsweise Power Walking. Walking ist etwas schneller als die nordische Variante. Allerdings können viele dies nicht machen, da das Walken das Herz-Kreislauf-System stärker beansprucht. Außerdem ist es nicht ratsam für Menschen mit Hüft- und Knieproblemen. Power Walking ist noch schneller als Walking. Echte Powerwalker können vom Tempo locker mit Joggern mithalten. Allerdings werden beim Power-Walking die Gelenke stärker in Mitleidenschaft gezogen. Fakt ist: Bei allen Arten des Walkings purzeln die Pfunde. Beim Nordic Walking fallen sie jedoch am Effektivsten, da man durch die Stockbewegung mehr Muskelgruppen beansprucht, als beim normalen Walken. 90 Prozent der Muskeln werden beim Nordic Walking beansprucht. Das heißt: Fast alle Muskeln im Ober- und Unterkörper sind in Wallung. Beim normalen Walking wird hauptsächlich die Bein und Hüftmuskulatur gestärkt, die Oberkörpermuskulatur durch den fehlenden Stockeinsatz weniger.

    Wo kann man überall Walken?

    Wo kann man denn am besten Walken? Die Sportler können überall da walken, wo sie gerne möchten. Immer mehr Städte und Gemeinden legen zusätzlich verschiedene Nordic-Walking-Parcours an. Diese sind meist abwechslungsreich und führen durch eine schöne Landschaft. Der Schwierigkeitsgrad richtet sich dabei nach den zurückgelegten Kilometern und Höhenmetern. Auch beliebte Urlaubsziele wie zum beispiel Sylt laden zum Nordic Walken ein. So kann man die Stöcke im Urlaub schön am Meer schwingen. Aber Achtung: Nordic Walking im Sand ist schwieriger und anstrengend. Daher sind diese Parcours auch als schwer markiert.

    Fazit

    Nordic Walking ist die richtige Sportart für Sportmuffel und alte Sporthasen. Es hilft effektiv beim Abnehmen und stärkt die Muskulatur und das Herz-Kreislauf-System. Außerdem gibt es viele schöne Strecken die es abzuwalken gilt. Zu diesem Zweck werden immer mehr Nordic-Walking-Parcours erschlossen, sodass man neue Orte zum „Stöckeln“ kennenlernt. Wenn man das nächste mal beim Spaziergang ein „Klack, Klack, Klack“ hinter sich hört, sollte man die Nordic Walker nicht belächeln, sondern es einfach mal selber ausprobieren. Immerhin ist diese Sportart wenig verletzungsanfällig.

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