Elektroautos – die Fortbewegung der Zukunft?

Warum Benzin und Diesel bald nur noch ein Fall fürs Museum sind

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    Eigentlich sind Elektroautos toll, gut für die Umwelt und leise, aber irgendwie setzen sich die Öko-Karren trotzdem nicht durch. Woran liegt das? Denn eigentlich weiß mittlerweile jeder, dass fossile Brennstoffe a) schlecht für die Umwelt, b) übelriechende Abgase in die Luft blasen und c) nicht in unendlicher Menge verfügbar sind. Über kurz oder lang führt also kein Weg an alternativen Treibstoffen vorbei – doch die Industrie geht nur mit zögerlichen Trippelschritten auf die neuen Technologien zu. Wir haben uns die vielversprechendste Alternative zu Benzin und Diesel angeschaut und wagen einen Blick in die Zukunft der automobilen Fortbewegung. Alle anschnallen!

    Treibstoff aus der Steckdose – das Elektroauto

    Das Prinzip ist naheliegend: Warum sollte man ein Auto nicht einfach mit Strom betreiben? Immerhin gibt es seit gefühlt hundert Jahren Modellautos, die über ein Kabel oder Batterien elektronisch angetrieben werden. Das müsste man doch einfach nur in größer bauen und fertig, oder? Ganz so einfach ist es nicht, doch tatsächlich ist der Elektroantrieb derzeit der wahrscheinlichste Nachfolger von Benzinern und Dieselautos. Die Vorteile liegen auf der Hand: E-Autos machen nicht so viel Lärm und verpesten auch nicht die Luft, zudem sind sie – vor allem mit Strom aus regenerativen Quellen wie Wind oder Sonne – deutlich umweltfreundlicher.

    AUTOPOLITUR

    Die richtige Pflege ist wichtig, damit der Lack seinen glanz behält

    Bestimmt hätten die Stromer auch schon längst ihren Siegeszug über die Straßen und Autobahnen der Welt angetreten, wenn es nicht einige Stolpersteine gäbe: Zum einen ist die Technologie noch nicht weit genug: Die besonders verbreiteten Lithium-Ionen-Akkus sind vergleichsweise schwer. Lithium-Polymer-Akkus sind deutlich leichter, haben aber Probleme mit zu hohen oder tiefen Temperaturen – damit sind nicht etwa Minusgrade gemeint, sondern bereits Werte unter 20 Grad Celsius. Auch die Reichweiten der Stromer halten noch nicht ansatzweise mit herkömmlichen Kraftstoffen mit. Das derzeit reichweitenstärkste E-Auto kommt mit einer Batterieladung nur etwas über 55 Kilometer weit.
    Zum anderen – und hier bedingt wahrscheinlich der eine Faktor den anderen – sind Elektroautos noch nicht sehr verbreitet. Nur knapp über 11.000 Elektroautos wurden 2016 in Deutschland neu zugelassen. (Quelle: Center of Automotive Management). Zum Vergleich: Die gesamten Neuzulassungen lagen bei mehr als 3,2 Millionen – zusätzlich zu den über 7 Milionen Gebrauchtwagen-Zulassungen in diesem Jahr. Weil sich die neue Technik nur langsam durchsetzt, sind auch die Möglichkeiten zum Aufladen rar: Nur rund 6.200 Ladestationen gibt es aktuell in Deutschland – in anderen Industrienationen sind die Werte etwa vergleichbar.

    Das Verbraucher-Hersteller-Dilemma

    Es ist wie die Frage danach, was zuerst da war – das Huhn oder das Ei: Solange die Technik keine nennenswerten Fortschritte macht, um die E-Autos alltagstauglich zu machen, werden sie kaum gekauft. Geringe Verkaufszahlen dagegen bedeuten, dass es sich für die Hersteller nicht lohnt, hohe Summen in die Entwicklung zu stecken. Ein Dilemma, das sich nur langsam auflöst. Immerhin: Die Herstellungskosten für die Akkus sind mittlerweile um etwa 80 Prozent gesunken. Allerdings machen immer noch technische Unannehmlichkeiten den Kauf von Elektroautos unattraktiv. Neben der mäßigen Reichweite dauert es derzeit an einer haushaltsüblichen 230-Volt-Steckdose rund zehn Stunden, einen leeren Akku wieder voll aufzuladen. Schnelleres Aufladen ist möglich, wenn man anstelle von Wechselstrom-Stationen Gleichstrom verwendet. Entsprechende Akku-Lader sind aber deutlich kostspieliger – ein Problem, das Käufer von E-Autos ohnehin haben.

    Bleibt die elektronische Zukunft ein Traum?

    Nicht unbedingt. Zwar muss man noch einiges an Enthusiasmus für die neue Technik mitbringen, um die Nachteile von E-Autos wettzumachen – doch in Zukunft dürfte das Umsteigen von Benzin und Diesel komfortabler werden. Bereits seit einiger Zeit ermutigt die Bundesregierung Verbraucher mit diversen Vergünstigungen zum Kauf eines Stromers. Langsam, aber sicher wächst auch das Netz an Ladestationen. Die Technologie, insbesondere in puncto Akku-Kapazität, macht ebenfalls merklich Fortschritte und so dürfte es nur eine Frage der zeit sein, bis der letzte Benziner seine letzte übel riechende Abgaswolke in die Luft geblasen hat.

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