DVB-T2: Rechtzeitig und richtig umrüsten!

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    Ab 2017 wollen die Fernsehsender von DVB-T auf den neuen Standard DVB-T2 wechseln – eigentlich. Pünktlich zur Fußball-EM 2016 und den Olympischen Sommerspielen wollen ARD und ZDF die Umstellung in einigen Ballungsgebieten vornehmen. Wir verraten, wer davon profitiert und welche Probleme es mit DVB-T2 geben kann. Wer seine Programme in HD sehen wollte, musste auf Kabel oder Satellit setzen. Das DBV-T-Signal reicht nicht für einen hochauflösenden Empfang. Trotzdem ist DVB-T relativ beliebt. Laut Statista besaßen 2015 etwa 15,16 Millionen Deutsche einen DVB-T-Empfänger – entweder bereits im Fernseher verbaut, als USB-Stick oder als eigenes Gerät. Kein Wunder: Wer DVB-T nutzt, muss keine Kabel durch sein Haus ziehen und die Fassade nicht mit einer Satelliten-Schüssel verunstalten. Es reicht eine Zimmerantenne. Die Nachteile sind nur eine relativ begrenzte Senderauswahl und die niedrige Auflösung der Sendungen – bis jetzt.

    Mehr Programme und bessere Auflösung

    DVB-T2 HD_Logo

    Auf dieses Logo müssen Sie achten.

    DVB-T2 erhöht nicht nur die Zahl der zur Verfügung stehenden Programme. In Ballungsgebieten können Verbraucher nach der Umstellung 40 statt der bisherigen etwa 25 Programme empfangen. Welche Regionen zu den Ballungsgebieten gehören, geben die Anbieter leider nicht konkret an. Der größte Pluspunkt ist für die meisten Nutzer aber ohnehin der Wechsel auf HD-Qualität. Während die meisten Sender ihr Angebot ab 2017 umstellen, nehmen ARD und ZDF bereits in diesem Jahr an dem Pilotprojekt teil. “Voraussichtlich ab Mitte 2016 wird es in den Ballungsräumen einen vorlaufenden DVB-T2-Pilotbetrieb geben, bei dem erste ausgewählte Programme in HD-Qualität zum Testen angeboten werden”, verkündet die ARD auf ihrer Seite www.ard-digital.de. Ähnlich sieht es auch beim ZDF aus. Allerdings findet der Pilotbetrieb nicht deutschlandweit statt, sondern nur in einigen Kernregionen wie etwa Berlin oder München. Laut Netzbetreiber Media Broadcast folgen Anfang 2017 die restlichen Ballungsgebiete Deutschlands. Die Umstellung soll in diesen dann im zweiten Quartal abgeschlossen sein. Wer auf dem Land wohnt, muss länger auf seine HD-Sender warten, kann sich aber auch mit dem Geräte-Neukauf Zeit lassen. In ländlichen Regionen kann es bis Ende 2019 dauern, bis DVB-T2 das alte DVB-T abgelöst hat.

    Alter Standard läuft aus

    Doch wie sieht die Umstellung aus und wie lassen sich die Sender empfangen? Laut ARD ist es auch nach Umstellung auf den neuen Standard noch möglich, den alten Receiver zu benutzen: Nach der Umstellung auf DVB-T2 in den Ballungsräumen sei der DVB-T-Empfang demnach noch für maximal neun Monate möglich – allerdings “in Form eines stark eingeschränkten Simulcast-Betriebes”. Dabei handelt es sich um den Parallelbetrieb von DVB-T und DVB-T2. Das Problem sind die fehlenden Frequenzen. Die alten DVB-T-Frequenzen werden künftig nämlich Mobilfunk-Anbieter nutzen, um das mobile Internet weiter auszubauen. Wer Glück hat und in einem DVB-T-Kerngebiet wohnt, kann also bereits die Fußball-EM in HD sehen. Allerdings geht das nicht ohne neue Hardware. Wer auf eine hochauflösende Europameisterschaft verzichten kann, muss aber ebenfalls beizeiten einen neuen Receiver holen. Denn DVB-T2 lässt sich nicht über die alten Geräte empfangen. Wer bereits jetzt umrüstet, kann dafür aber mit einem DVB-T2-Receiver das alte Programm weiterhin empfangen. Laut Verbraucherzentrale sind die neuen Geräte nämlich abwärtskompatibel. Das bestätigt auch der WDR. Während die alten Receiver spätestens neun Monate nach der Umstellung nutzlos sein werden, sieht es bei den Antennen anders aus. Diese funktionieren auch mit DVB-T2-Receivern und müssen nicht ersetzt werden. Das ist allerdings nur ein schwacher Trost für diejenigen, die einen im Fernseher verbauten DVB-T-Empfänger besitzen und bald ein weiteres Gerät im Wohnzimmer stehen haben.

    Auf das richtige Logo achten

    Wer sich bereits jetzt die neue Technik zulegen möchte, sollte nicht blind den nächstbesten DVB-T2-Receiver kaufen. Der kann sich nämlich unter Umständen als Elektroschrott entpuppen. Zwar gibt es bereits Geräte, die DVB-T2-Signale empfangen können, aber eventuell nur in Österreich, Frankreich oder anderen Ländern, in denen DVB-T2 verfügbar ist. Diese Geräte empfangen zwar die gleichen Frequenzen, aber in Deutschland wird das DVB-T2-Signal von den Sendern zusätzlich codiert, um die Qualität weiter zu verbessern. Dabei handelt es sich um das HEVC-Verfahren und den HEVC/H.265-Codec. Mit dieser Codierung haben ausländische Geräte Probleme. Fehlkäufe lassen sich aber ganz einfach verhindern: Verbraucher müssen beim Kauf darauf achten, dass der neue Receiver das “DVB-T2 HD”-Logo besitzt. Mit diesem dürfen nämlich nur Geräte versehen werden, die den deutschen Standard verarbeiten können. Wer rechtzeitig umrüstet und auf das richtige Logo achtet, der kann bereits die Fußball-EM und die Olympischen Spiele via DVB-T in HD genießen – zumindest in der richtigen Region. Alle anderen müssen warten. Spätestens Mitte 2019 sollte der neue DVB-T-Standard in ganz Deutschland zur Verfügung stehen.

    Das Wichtigste auf einen Blick

    Was wird umgestellt?

    DVB-T wird auf DVB-T2 umgestellt. DVB-T steht für „Digital Video Broadcasting – Terrestrial“ und ist eine Funkübertragung für digitale Hörfunk- und Fernsehsignale.

    Wer ist betroffen?

    Alle, die statt auf Kabel- oder Satellitenfernsehen auf DVB-T setzen.

    Wann geht es los?

    Die Umstellung beginnt bereits Mitte 2016 – allerdings nur als Pilotprojekt. Die eigentliche Umstellung startet dann 2017.

    Wann kann ich DVB-T2 empfangen?

    Das hängt vom Wohnort ab. Spätestens Mitte 2019 soll DVB-T2 in ganz Deutschland zu empfangen sein. Aktuelle Informationen gibt es auf dem Informationsportal der Initiative “DVB-T2 HD”: www.dvb-t2hd.de

    Kann ich mein altes Gerät weiter nutzen?

    Nein. Nach erfolgter Umstellung sind die alten Geräte nutzlos, da sie die neuen DVB-T-Frequenzen nicht empfangen können. Es wird in einigen Gebieten allerdings nach der Umstellung eine kurze Übergangszeit von neun Monaten geben, in denen auf der alten und neuen Frequenz gesendet wird.

    Sind meine alten DVB-T-Antennen ebenfalls nutzlos?

    Nein, diese lassen sich auch an die neuen Empfänger anschließen.

    Kann ich die neuen Empfänger bereits jetzt einsetzen?

    Ja. Die meisten Hersteller werden die neuen Empfänger so bauen, dass sie auch das alte Signal empfangen können. Trotzdem sollten sie beim Kauf auf die Abwärtskompatibilität achten.

    Ist es egal, welchen DVB-T2-Empfänger ich kaufe?

    Nein, er muss über das “DVB-T2 HD”-Logo verfügen. Nur dann können Sie sicher sein, dass sich auch das deutsche DVB-T2-Signal mit ihm empfangen lässt. Denn dieses wird extra codiert. Der Empfänger muss den HEVC/H.265-Codec unterstützen.

    Welche Vorteile bietet DVB-T2?

    Zum einen wird das Sender-Angebot vergrößert. Wer bislang etwas mehr als 20 Sender empfangen kann, dem stehen mit DVB-T2 etwa 40 zur Verfügung. Außerdem werden viele von ihnen in HD übertragen.

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    Kommentar

    Wenn ich auf DVB-t 2 umstelle und die privaten Anbieter gar nicht in HD-Qualität empfangen will, muss ich dann trotzdem die Gebühr entrichten?

    Hallo Wolfgang Wilhelm,
    wenn Sie generell noch die privaten Anbieter empfangen wollen, dann führt an der Gebühr kein Weg vorbei. Sowohl ProSiebenSat.1 Media als auch die RTL-Gruppe werden die Ausstrahlung des SD-Programms einstellen und nur noch in HD senden. Die Kosten für den HD-Empfang betragen monatlich etwa 5 Euro. Davon ausgenommen sind natürlich die öffentlich-rechtlichen Sender.
    Hoffentlich konnten wir Ihnen weiterhelfen.
    Mit freundlichen Grüßen
    das Verbraucherwelt-Team

    Guten Morgen!Ich finde das nicht gut das man gezwungen ist eine Gebühr zu entrichten,um weiterhin alle Programme zu entpfangen,die vorher kostenlos waren!!!Was soll das???

    Hallo Herr Hopp,
    die öffentlich-rechtlichen Programme können Sie ja weiterhin kostenlos empfangen, da diese über die GEZ schon bezahlt sind. Gebühren für HD-Sender sind leider nichts neues. Wenn Sie beispielsweise HD-Programme über Satellit mit HD+ empfangen möchten, müssen Sie 60 Euro im Jahr für den Empfang bezahlen. Die privaten Sender sind zwar bei DVB-T2 leider nicht mehr kostenlos, dafür erhalten Sie jedoch eine größere Senderzahl und eine bessere Bildqualität.
    Mit freundlichen Grüßen
    das Verbraucherwelt-Team

    Wenn nun monatlich eine Gebühr fällig ist, um die privaten Sender sehen zu können, entfällt auf diesen dann auch die Werbung?

    Hallo,
    die Gebühr ist fällig um die privaten Sender in HD-Qualität empfangen zu können. Dabei wird jedoch das ganz normale TV-Programm (also inklusive Werbung) gezeigt.
    Mit freundlichen Grüßen
    das Verbraucherwelt-Team

    Hallo,
    kann ich meinen DVBT Festplattenrecorder auf DVBT 2 aufrüsten?
    Viele Grüße, Irism

    Hallo Iris,
    das geht leider nicht. Sie müssen sich ein DVB-T2-kompatibles Gerät zulegen. Achten Sie dabei auf das grüne DVB-T2-Logo.
    Mit freundlichen Grüßen
    das Verbraucherwelt-Team