Der Zirkus kommt in die Küche – Klarstein Food Circus im Einzeltest

Essen zubereiten von A wie Ananasragout bis Z wie Ziegenkäse-Risotto

Inhaltsverzeichnis

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    Mit dem Essen ist das so eine Sache: Viele genießen gut zubereitete Gerichte, wenn da nur nicht das lästige Kochen wäre. Die Alternative ist der Gang ins Restaurant – allerdings machen ständige Besuche im Gourmet-Tempel nicht nur satt, sondern auch ganz schön pleite. Und für eine schnöde Tiefkühlpizza ist der eigene Gaumen definitiv zu schade. Feinschmecker, die zwar wenig Talent in der Küche besitzen, aber trotzdem gut essen wollen, ohne mittelfristig zu verarmen, sollten einen Blick auf den Food Circus von Klarstein riskieren. Wir haben das Gerät getestet und das Ergebnis mit allen Sinnen geprüft.

    1. Jede Menge Möglichkeiten

    Dem ungewöhnlichen Namen zum Trotz: Keine Tiger, Clowns und Elefanten stecken in der Verpackung, sondern eine Multifunktions-Küchenmaschine. Die vom Hersteller angepriesenen zehn Grundfunktionen liefern eine ganze Palette an Möglichkeiten, um raffinierte Entrées, herzhafte Hauptgänge und himmlische Desserts selbst zu kreieren. Und wer angesichts der vielen Möglichkeiten gar nicht weiß, wo er anfangen soll, dem liefert das beiliegende Kochbuch mit Gerichten von A wie Ananasragout bis Z wie Ziegenkäse-Risotto jede Menge Inspiration.
    Wir werfen einen kurzen Blick auf die zehn Grundfunktionen und wofür sie sich am besten eignen:

    PROGRAMM ZUBEHÖR BESCHREIBUNG
    Teig (Dough)
    • Knethaken
    • Zum Kneten von Teigen, zum Beispiel für Kuchen oder Nudeln
    Mixen (Mix)
    • Klingen, Spatel
    • Zum Zerkleinern weicher Zutaten, zum Beispiel gekochte Eier oder Pilze
    • Zum Pürieren, etwa von gegarten Kartoffeln
    Hacken (Chop)
    • Klingen, Spatel
    • Zum Zerkleinern von Lebensmitteln wie Zwiebeln, Karotten oder Käse
    Zerkleinern (Blend)
    • Klingen, Spatel
    • Zum Zerkleinern und Mischen von Zutaten, zum Beispiel Zucker und Nüsse
    Mahlen (Grind)
    • Klingen, Spatel
    • Zum Mahlen harter Lebensmittel wie Kaffeebohnen, Pfefferkörner und Gewürze
    Schlagen (Whisk)
    • Klingen, Spatel, Schmetterlingsrührer
    • Zum Aufschlagen, zum Beispiel von Butter und Eiern
    Milch (Milk)
    • Klingen, Spatel
    • Zum Erwärmen von Milch
    Kochen (Cook)
    • Klingen, Spatel
    • Zum Zubereiten von Suppen
    Dünsten (Steam)
    • Klingen, Dünstaufsatz
    • Zum behutsamen Garen von Gemüse oder Fisch
    Anbraten (Saute)
    • Klingen, Spatel, Schmetterlingsrührer
    • Zum Anbraten, zum Beispiel von Zwiebeln, Knoblauch oder Fleisch

    Wir entscheiden uns für ein ausgewogenes Drei-Gänge-Menü, um die Stärken und Schwächen des Food Circus auszuloten: Erster Gang ist eine Cashewmilch, der zweite Gang besteht aus einer Süßkartoffelsuppe und zu guter Letzt wollen wir eine Guacamole servieren. Alle drei Gerichte unterscheiden sich sehr in der Zubereitung und verlangen der Maschine daher ganz verschiedene Fähigkeiten ab. Ist der Essenszirkus der Aufgabe gewachsen? Wir finden es heraus!

    2. Aufbau und Verarbeitung

    Blick in den Food Circus

    Beim Auspacken des Food Circus fällt zum einen die Vielzahl an Auf- und Zusätzen auf, zum anderen die hochwertige Verarbeitung: Mit etwa 8 Kilogramm ist der Food Circus nicht gerade ein Leichtgewicht. Das macht sich auch in der Verarbeitung bemerkbar: Das Gerät hat einen festen Stand, wackelt und klappert nicht. Die Abdeckung der Rührschüssel lässt sich zwar nur mit einigem Kraftaufwand abnehmen, schließt das Gefäß dafür aber tadellos ab. Vier Saugnäpfe an der Unterseite halten den Küchenhelfer zudem bombenfest an seinem Platz – das ist auch dringend nötig, wie wir bald feststellen werden. Der erste Eindruck ist in jedem Fall positiv.
    Das gilt auch für das Display rechts neben der Rührschüssel. Blau auf schwarz zeigt es gut lesbar die Zeit der Zubereitung und die Betriebstemperatur an. Ein kleines Symbol weist darauf hin, welches Programm gerade aktiv ist und eine Zahl verrät, auf welcher Leistungsstufe der Food Circus arbeitet. Unter dem Display wird erklärt, welches Programmsymbol für welche der zehn Funktionen steht – leider nur auf Englisch.

    3. Erster Gang: Die Cashewmilch

    Das Kochbuch ist mit seinen ständigen Zirkus-Wortspielen etwas gewöhnungsbedürftig, ist aber liebevoll aufgemacht und überzeugt mit übersichtlichen Anleitungen und schönen Bildern. Wir vergucken uns spontan in die Cashewmilch. Mit gerade einmal vier Zutaten und zweieinhalb Minuten Zubereitungszeit ist es der perfekte Einstand für unseren Küchenmaschinen-Test.

    Zutaten für die Cashewmilch

    Die Zubereitung ist im besten Sinne narrensicher: Einfach alle Zutaten in die Rührschüssel, das richtige Programm, Zeit und Stufe einstellen und schon kann’s losgehen. Oder auch nicht: Wir haben die Abdeckung nicht richtig einrasten lassen – deshalb rührt der Küchenhelfer keinen Finger. Der Sicherheitsmechanismus funktioniert also offensichtlich. Nachdem der Deckel richtig eingeklickt ist, macht der Food Circus kurzen Prozess mit den Zutaten: Auf Geschwindigkeitsstufe 6 (von maximal 10) röhrt und rappelt der Food Circus schon gehörig und macht deutlich, warum die Saugnäpfe am Boden so wichtig sind – denn offenbar sind im Inneren der Maschine beachtliche Kräfte am Werk.
    Kurz darauf ist der ganze Zauber auch schon vorbei und die fertige Cashewmilch in der Rührschüssel. Laut Rezept sollen wir die Masse noch durch ein feines Sieb gießen – aber das ist eigentlich gar nicht mehr nötig. Die Edelstahl-Klingen haben alles in eine Milchshake-artige Konsistenz verwandelt, die gut aussieht und angenehm zimtig riecht. Auch der Geschmackstest wird mit Bravour bestanden: Alles in allem ein mehr als gelungener Einstieg für das Klarstein-Gerät. Aber jetzt haben wir Hunger auf mehr.

    4. Zweiter Gang: Die Süßkartoffelsuppe

    Beim Hauptgericht wird der Food Circus nicht geschont. Tatsächlich stößt das Gerät beim Zerkleinern der Süßkartoffeln zum ersten Mal an seine Grenzen: Obwohl das mitgelieferte Rezept behauptet, dass die Knollen geschält, aber ganz in die Rührschüssel kommen, sind die Klingen mit dieser Aufgabe offensichtlich überfordert. Der Food Circus rattert und pfeift, aber er kriegt das Gemüse nicht klein. Nach drei erfolglosen Versuchen entscheiden wir uns, der Maschine etwas kleinere Stücke zum Fraß vorzuwerfen – das Kochmesser springt ersatzweise ein. So klappt es schließlich doch – aber eigentlich sollte doch der Food Circus uns die Arbeit abnehmen, und nicht umgekehrt?

    Die Fertige Süßkartoffelsuppe ist angerichtet

    Bei den übrigen Zutaten gibt sich die Maschine keine Blöße und verarbeitet alles wie vorgesehen. Allerdings wird es nun ziemlich voll in der 2-Liter-Rührschüssel. Als alles eingefüllt ist, versinkt die Maximal-Befüllungsmarke schon deutlich unter dem Süßkartoffel-Gehackten. Trotzdem führt der Food Circus ohne Murren sein Kochprogramm aus. Dabei lässt das 1.100 Watt starke Heizelement seine Muskeln spielen. Wie uns das Display verrät, ist die Zieltemperatur schnell erreicht – bei der randvollen Schüssel ist das keine Selbstverständlichkeit. Nach einer halben Stunde duftet es schon sehr gut in der VerbraucherWelt-Küche. Noch kurz alles pürieren – an dieser Stelle heult der Motor des Küchenhelfers kräftig los –, dann ist alles fertig.

    Bei der Süßkartoffelsuppe leistet sich das ansonsten schön gestaltete Kochbuch ein paar Schnitzer: Eine Zutat steht zweimal in der Liste (die Brühe), eine andere kommt im Zubereitungs-Text gar nicht mehr vor (der Zucker). Außerdem fehlt einigen Formulierungen die nötige Genauigkeit: Ist mit „klein schneiden“ die Hacken-Funktion (Chop) gemeint, oder doch das Zerkleinern-Programm (Blend)? Auch die englischen Bezeichnungen unter den Symbolen tragen dabei eher zur Verwirrung bei, als zu helfen. Zu guter Letzt weist uns die Text erst auf das getrennte Anschwitzen der Zwiebeln hin, nachdem wir sie schon mit den anderen Zutaten durchgehäckselt haben. Ein etwas besserer Blick fürs Detail hätte der Anleitung an dieser Stelle gut getan.

    Ende gut, alles gut: Die Süßkartoffelsuppe kommt bei unserer Verkostung bestens an – sämtliche Schüsseln und Schalen werden mit Begeisterung geleert, einige Male darf es sogar ein Nachschlag sein. Einzig die große Menge an Gemüsebrühe ist nicht nach jedermanns Geschmack: Sie stellt sich dadurch zu sehr in den Vordergrund, die übrigen Zutaten schmeckt man dagegen kaum heraus. Beim nächsten Mal – und das wird es bestimmt geben – nehmen wir einfach die halbe Menge Brühe. Zum Glück lässt das Kochbuch mehrere Zeilen für eigene Ergänzungen frei. So kann jeder den Gerichten den persönlichen Feinschliff verpassen.

    5. Dritter Gang: Die Guacamole

    Fertig zubereitete Guacamole

    Das Finale unseres Menüs bestreitet ein Klassiker der mexikanischen Küche: Guacamole! Nach dem vergleichsweise aufwändigen Hauptgang geht es nun wieder einfacher zu: Einfach alle Zutaten in die Rührschüssel gegeben, das passende Programm eingestellt – den Rest übernimmt die Maschine. Die größte Extravaganz ist diesmal wohl der Aufschlageinsatz, der von der Form her entfernt an einen Schmetterling erinnert. Das Rühr-Zubehör lässt sich problemlos auf die Halterung in der Schüssel aufstecken und soll die Zutaten vermengen, ohne sie zu zerkleinern. Nach gerade mal zehn Sekunden Getöse präsentiert uns der Food Circus die fertige Guacamole.
    Optisch überzeugt der Avocado-Dip auf ganzer Linie: Die Konsistenz stimmt, von der cremigen Gesamt-Textur bis hin zu den intakten Tomatenwürfeln – eine echte Punktlandung. Beim Geschmackstest spaltet die Guacamole jedoch die Tester: Zwar kommt das untypische Rezept – anstelle von Zitrone oder Limette kommt Grapefruitsaft in den Dip – insgesamt gut an, doch einigen ist die Nachspeise definitiv zu scharf! Selbst die hartgesottenen Chili-Fans unter den Testern geben zu, dass sie das Gericht für ihre Gäste weniger spicy zubereiten würden. Mit frischem Baguette als Beilage und etwas Cashewmilch lässt sich der schlimmste Gaumenbrand zwar löschen – beim nächsten Mal vertrauen wir dem Kochbuch aber nicht ganz so blind und treten beim Schärfegrad lieber etwas auf die Bremse.

    6. Der Abwasch

    So unvermeidlich wie der Schnauzbart von Horst Lichter kommt nach jedem Kochen das ungeliebte Abwaschen. Glücklicherweise macht es uns der Food Circus ziemlich einfach: Zum einen müssen wir statt vieler Küchengeräte nur ein einziges spülen. Zum anderen sind die Ein- und Aufsätze des Food Circus allesamt fit für die Spülmaschine. Nur die große Rührschüssel bearbeiten wir lieber von Hand. Das geht aber dank herausnehmbarer Schneidmesser und des pflegeleichten Materials (gebürsteter Edelstahl) recht fix. Das durchdachte Design hält keine schwer zugänglichen Nischen bereit, so dass wir mit der Spülbürste gut in jede Ecke kommen und keine ekligen Reste in der Schüssel zurückbleiben. Ein Küchentuch erledigt die letzten Guacamole-Spritzer auf der Maschine – das war’s: Der Food Circus hat seine Vorstellung beendet!

    7. Fazit

    Vom Küchenmuffel mit zwei linken Rührhänden zum Sternekoch: Diese Verwandlung schafft der Food Circus zwar nicht – das Gerät von Klarstein kann die Arbeit in der Küche aber erheblich erleichtern. Die Küchenmaschine ist hochwertig verarbeitet und glänzt mit jeder Menge sinnvoller Funktionen und Aufsätze. Die Bedienelemente sind leicht zu handhaben und mit etwas Übung weiß man, welcher Betriebsmodus am besten zu welchem Gericht passt. Durch sein hohes Gewicht ist der Food Circus für zierliche Köche allerdings eine ziemliche Herausforderung: Wenn die Rührschüssel randvoll ist, braucht man schon einiges an Muckis, um sie aus der Halterung zu lösen. Auch die hohe Lautstärke in den höheren Betriebsstufen lässt Zartbesaitete erst einmal zusammenzucken. Aber keine Angst: Der Food Circus hält zuverlässig dicht.

    Die verspeiste Süßkartoffelsuppe

    Sehr gut gefallen hat uns das mitgelieferte Kochbuch. Unter den 100 Rezepten ist bestimmt für jeden Geschmack etwas dabei. Die schicke Gestaltung und die tollen Fotos machen auf jeden Fall Lust aufs Ausprobieren. Die Anleitungen sind leicht verständlich und genau auf die Zubereitung mit dem Food Circus ausgelegt: Zeiten, Programme und Stufen sind angegeben – da kann man ziemlich wenig falsch machen. Allerdings sind einige Formulierungen zu ungenau, so dass man gelegentlich raten muss, welche Funktion denn nun die richtige ist. Letztendlich schadet das aber kaum – im Test sind uns zumindest alle Gerichte auf Anhieb gelungen. Wir werden auf jeden Fall noch weitere der Rezepte testen – allein schon, um die zusätzlichen Funktionen des Food Circus auszuprobieren. Vor allem der große Dampfgar-Aufsatz hat uns neugierig gemacht, aber auch beim Zubereiten von Teigen dürfte das Gerät ganze Arbeit leisten.
    Insgesamt ist der Food Circus ein toller Küchenhelfer. Koch-Enthusiasten, die ohnehin eine gut ausgestattete Küche haben, sollten sich aber fragen, ob sie das Gerät wirklich brauchen: Die meisten Aktionen kann man mit einem Stabmixer, einem Satz guter Kochmesser und einem Handmixer auch selbst ausführen. Vor allem, weil der Food Circus beim Zerkleinern großer, harter Lebensmitteln gelegentlich schwächelt, sollte man zumindest ein zuverlässiges Messer im Haus haben. Außerdem ist die 2-Liter-Rührschüssel etwas klein, wenn man häufig für viele Leute kocht. Einen großen Trumpf kann der Food Circus beim Abwasch ausspielen: Weil das Gerät gut zerlegbar ist und keine schwer erreichbaren Ecken aufweist, ist man viel schneller mit dem Saubermachen fertig, als wenn man Töpfe, Pfannen, Rührlöffel & Co. einzeln spülen müsste. Die VerbraucherWelt-Redaktion ist jedenfalls sehr angetan vom Food Circus – und wird sicher noch einige weitere der kulinarischen Vorführungen mitmachen.

     

     

     

    Die getesteten Produkte wurden uns unentgeltlich von den Herstellern zur Verfügung gestellt. Im Anschluss an die Tests werden die Produkte verlost oder gespendet.

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