Der Horror mit dem Haar – helfen Wundermittel gegen Haarausfall?

Wenn Oben ohne zum Fluch wird

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    Geheimratsecken bilden sich, die Stirn wird immer höher und das Haar immer lichter, ein Alptraum für Viele. Wenn sich nach dem Kämmen plötzlich mehr Haare in der Bürste als noch auf dem Kopf befinden, kann das nur eines bedeuten: Haarausfall, und zwar massiv.
    Da hilft nur eines: der Griff zum industriellen Wundermittelchen, oder?
    Wir gehen der Ursache für den Haarverlust auf den Grund und erklären, warum jeder Mal dagegen zu kämpfen hat, woran das liegt und womit man Haarausfall wirklich vorbeugen kann?

    Nicht jeder steht auf Oben ohne

    Oben ohne – Für manche ist es ein ein Segen, für andere der absolute Albtraum. Prominente wie Bruce Willis, Seal oder Vin Diesel haben sich bewusst für den Oben-Ohne-Trend entschieden. Der kahle Kopf ist ihr Markenzeichen. Trotzdem oder genau deswegen wirken sie auf viele Frauen männlich und attraktiv.
    Doch gerade für Männer, die altersbedingt unter Haarausfall leiden, ist das Thema Glatze der blanke Horror. Der Gedanke mit einem Kahlkopf dann noch zum „sexiest man alive“ gewählt zu werden, wirkt absurd. Aber nicht nur Männer machen sich Sorgen, wenn die Haarpracht, die einst den Schädel zierte, morgens den Duschboden bedeckt. Frauen bekommen genauso Panik, wenn es um ihre Haare geht. Da inspiriert auch keine kahlrasierte Sinead O`Connor, um sich besser zu fühlen.

    Wann ist Haarausfall noch normal?

    Unzählige Haare in der Bürste oder im Abfluss der Dusche? Das Haar kommt einem immer dünner und lichter vor? Bei dem kleinsten Anzeichen von Haarausfall machen sich Betroffene verrückt. Auf einmal werden die Haare mehrmals am Tag im Spiegel oder sogar beim Vorbeigehen am Schaufenster kontrolliert. Immer wieder wird sich durchs Haar gekämmt um sicherzugehen, dass sich weder Geheimratsecken noch andere kahle Stellen bilden. Doch wer Haare verliert, muss nicht sofort in Panik verfallen. Denn pro Tag verliert ein Mensch bis zu 100 Haare. Bitte?! Aber nicht alle ausgefallenen Haare zählen. Denn die einzelnen Haare befinden sich in unterschiedlichen Lebensphasen, weshalb nicht jeden Tag die gleiche Menge an Haaren ausfällt. Es sind mal mehr und mal weniger Haare. Grundsätzlich werden drei Haar-Phasen voneinander unterschieden:

    Phasen Zeitraum
    Wachstum
    • zwei bis sechs Jahre
    Übergang
    • ein bis zwei Wochen
    Ruhestadium
    • zwei bis drei Monate

    Warum ausgerechnet ich?

    Es fallen tatsächlich mehr Haare als üblich beim Kämmen oder Waschen aus? Spätestens, wenn man täglich die verloren gegangene Haarpracht mit dem Staubsauger vom Fußboden aufsaugt, stellt sich die Frage: Warum gerade ich?
    Für Haarausfall kann es verschiedene Ursachen geben. So können zum Beispiel Kopfhautkrankheiten wie Pilzinfektion oder Schuppenflechte zum Ausfall der Haare führen. Aber auch Mangelerkrankungen oder Wirkstoffe verschiedener Medikamente können sich auf die Lebensdauer der Haare negativ auswirken.
    Im Allgemeinen unterscheiden die meisten Ärzte jedoch drei Hauptformen des Haarausfalls:

    Hormonell erblich bedingt

    Ungefähr 80 bis 90 Prozent aller Menschen leiden unter erblich bedingtem Haarausfall. Männer sind dabei genauso betroffen wie Frauen. Allerdings setzt der Ausfall beim männlichen Geschlecht viel früher ein und führt viel häufiger zur Glatze. Erblich bedingter Haarausfall entsteht durch das Zusammenwirken von hormonellen Faktoren und erblicher Veranlagung. Ist der Blutspiegel mit erhöhten männlichen Geschlechtshormonen versetzt, sogenannte Androgene, begünstigt das den Haarausfall. Aus diesem Grund kann diese Form von Haarausfall auch bei Frauen mit einer hormonellen Störung auftreten. Liegt der Blutspiegel jedoch im Normalbereich, kann der hormonell erblich bedingte Haarausfall auch einen weiteren Grund haben. So ist es beispielweise gut möglich, dass der Betroffene empfindliche Haarfoliken besitzt. In diesem Fall sind die Foliken gegenüber Androgenen sehr empfindlich und begünstigen so den Haarverlust.

    Diffuser Haarausfall

    Der Grund für diffusen Haarausfall sind geschädigte Haarwurzel. Dafür kann es die unterschiedlichsten Ursachen geben:
    Schildrüsenfunktionsstörung
    Mangelerscheinungen durch eine einseitige Ernährung
    Hormonumstellungen beispielsweise durch das Absetzen der Pille
    Stress
    Strahlentherapie

    Kreisrunder Haarausfall

    Für den kreisrunden Haarausfall gibt es bis heute noch keine nachweisbare Ursache. Forscher und Ärzte vermuten aber, dass der Ausfall durch eine Autoimmunkrankheit ausgelöst wird, bei der die Abwehrzellen des Körpers die köpereigenen Haarzellen angreifen und so einen Entzündungsprozess auslösen. Das wiederum führt zu Haarausfall. Im schlimmsten Fall wachsen keine neuen Haare nach. Zurück bleiben kahle, runde Stellen im Kopfhaar.

    Viele Wundermittelchen gegen Haarverlust

    Die Kosmetik-Industrie hält für Menschen, die unter Haarverlust leiden, zahlreiche Mittel bereit. Shampoos, Pillen, Tinkturen – für einen stattlichen Preis. Besonders die überteuerten Shampoos versprechen mit den verschiedensten Inhaltsstoffen schnelle Hilfe. Nach einem hoffnungsvollen teuren Einkauf, sind die meisten Benutzer allerdings sehr enttäuscht. Auch wissenschaftlich lässt sich bis heute nicht belegen, dass Stoffe wie Koffein, Taurin oder Aminosäure gegen Haarausfall helfen. Anders sieht es bei Medikamenten aus. Der Name eines Wundermittels: Finasterid. Das verschreibungspflichtige Medikament soll allerdings nur gegen hormonell erblichen Haarausfall bei Männern helfen. Finasterid vermindert den Umbauprozess von Testosteron zu DHT und stoppt den Haarausfall. Frauen mit Haarausfall, die sich jetzt vielleicht benachteiligt fühlen, müssen nicht traurig sein. Denn Finasterid ist ein Zaubermittel mit vielen Nebenwirkungen. Nutzer können unter geschwächter Libido und Potenzschwierigkeiten leiden. Zudem gibt es speziell für Frauen das rezeptfreie Medikament Minoxidil. Die Wirkung ist zwar nicht so stark wie nach der Einnahme von Finasterid, aber verlangsamt genauso den Haarverlust. Der Wirkstoff erweitert die Blutgefäße, so können die Haarwurzeln besser durchblutet werden.

    Damit die Haare da bleiben wo sie sind

    Die meisten Wundermittelchen gegen einen kahlen Kopf oder lichte Stellen helfen nicht.
    Wir verraten, mit welchen einfachen Alltags-Tricks man der Haarflucht den Kampf ansagen kann.

    Haarpflege

    DAS RICHTIGE SHAMPOO KANN HELFEN ABER NICHT ZAUBERN

    Am schonensten sind ph-neutrale Produkte für den Kopf

    Die meisten Menschen waschen sich ihre Haare täglich, shampoonieren dabei kräftig, föhnen lang und bürsten danach lange durch. Doch die Haarpflege sollte nicht übertrieben werden. Denn zu häufige und intensive Pflege kann die Haarpracht ganz schön strapazieren. Besonders, wenn das falsche Pflegeprodukt benutzt wird. Produkte wie Conditioner oder Shampoo sollten ph-neutral sein, damit die Kopfhaut nicht gereizt wird. Am besten ist es, wenn das Pflege-Shampoo silikonfrei ist und aus natürlichen Inhaltsstoffen besteht. Damit sich die Haare besser kämmen lassen, verwenden viele einen Conditioner oder eine Haarkur. Solche Pflegeprodukte sollten nur einmal in der Woche aufgetragen werden. Ein weiterer Tipp: die Haare nur ein bis zweimal in der Woche waschen. Diejenigen, die sich jeden Tag die Haare waschen, werden am Anfang etwas Schwierigkeiten mit einer fettenden Kopfhaut haben. Aber mit etwas Zeit und Trocken-Shampoo bekommt man das schnell in den Griff.
    Beim Haarstyling selbst ist es besser, wenn keine Styling-Produkte wie beispielsweise Haarspray benutzt werden. Klar, jeder möchte eine perfekt sitzende Frisur, doch die meisten Inhaltsstoffe greifen Kopfhaut und Haare an. Wer auf sein Haar-Styling nicht verzichten mag, sollte Produkte kaufen, die kein Propylenglycol, Polyethylenglycol und Natriumlaurysulfat enthalten. Diese Inhaltsstoffe lassen die Kopfhaut austrocknen. Daraus können Ekzeme entstehen und schneller zur Glatze führen als einem lieb ist.

    Richtige Ernährung

    An Alle, die versuchen, mit radikalen Crash-Diäten zur Traumfigur zu gelangen: Etwas mehr Vorsicht. Diäten mit einseitiger Ernährungen bringen leider nicht immer das gewünschte Ergebnis. Oftmals wird an einer Stelle abgenommen, an der das bestimmt nicht gewollt ist – am Kopf. Eine einseitige Ernährung lässt statt vieler Kilos, besonders viele Haare purzeln. Für gesundes Haar sind Spurenelemente wie Eisen, Zink und Kupfer wichtig.

    Mangel Auswirkung
    Eisenmangel
    • Führt zur Sauerstoffunterversorgung der Körperzellen, es kommt zu Haarausfall. Eisen kommt in Fleisch und Blattgemüse vor.
    Kupfermangel
    • Führt zu brüchigem Haar bis hin zum Haarverlust. Kupfer ist wichtig für den Stoffwechselprozess. Trockenobst, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte enthalten Kupfer.
    Zinkmangel
    • Zink wirkt antiseptisch. So können Entzündungen an Haarfoliken verhindert und das Haarwachstum angeregt werden. Besonders Lebensmittel wie Bohnen, Nüsse, Eier und Fisch enthalten Zink.

    Neben einer ausgewogenen Ernährung spielt auch eine gesunde Lebensweise eine große Rolle für schönes, kraftvolles Haar. Wer beispielsweise raucht, dem blühen nicht nur schwere Erkrankungen, sondern auch Haarlosigkeit. Auch Menschen, die ständig unter Strom stehen, sollten besser auf sich achten. Dauerstress wirkt sich negativ auf den Haarwuchs aus. Viele Ärzte und Forscher gehen davon aus, dass die ausgeschütteten Stresshormone bei psychischen Belastungen die Haare schädigen.

    Fazit

    Wer auf dem Weg ist, eine Platte wie Kojak zu bekommen, versucht das mit allen Mitteln zu verhindern. Egal, welche Ursache der Haarausfall auch hat: Zaubershampoos- und tinkturen sind in den meisten Fällen wirkungslos. Um den Haarverlust zu stoppen, ist wissenschaftlich belegt, dass Medikamente wie Finasterid und Minoxidil helfen können. Bei Finasterid sind einige schwere Nebenwirkungen zu beachten. In diesem Fall sollte man doch lieber das Beste aus seiner Oben-Ohne-Frisur machen, anstatt nachher unter Potenzstörungen zu leiden.
    Oder es wird tief in die Tasche gegriffen, um eine Haartransplantation durchführen zu lassen.
    Um allgemeinen Haarverlust vorzubeugen ist nicht nur eine gute Haarpflege ratsam, sondern eine gesunde Lebensweise. Raucher, die keine Angst vor schlimmen Krankheiten haben, fühlen sich ja vielleicht an ihrer Eitelkeit gepackt. Ja, rauchen ist auch schädlich für die Haare. Es gibt viele Dauerqualmer die nach Jahren ihrer Sucht unter Haarausfall leiden.

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